Eine Stadt wird bunt – Graffiti, Hip-Hop und kollektive Erinnerung

Shownotes

Diese Folge widmet sich einer Kultur, die lange im Verborgenen gewachsen ist und heute prägend für Hamburg ist: Graffiti und Hip-Hop. Zwischen illegalen Anfängen, subkultureller Energie und späterer Anerkennung entsteht ein Gespräch darüber, wie aus einer Szene ein kulturelles Gedächtnis wird und warum ihre Geschichte heute neu erzählt werden muss. Darüber spricht Lars Meier mit drei Gästen, die diese Entwicklung über Jahrzehnte hinweg begleitet, dokumentiert und aktiv mitgestaltet haben: dem Künstler und Kurator Mirko Reisser, dem Labelmacher und langjährigen DJ Oliver Herbst sowie dem Journalisten und Producer Dennis Kraus. Im Zentrum steht das Projekt EINE STADT WIRD BUNT., ein Zusammenspiel aus Buch, Ausstellung und Musik, das die Geschichte von Graffiti und Hip-Hop in Hamburg erstmals umfassend erzählt.Gleichzeitig geht es um persönliche Anfänge, prägende Orte und Momente sowie um die Transformation einer Subkultur von der Illegalität zur Institution. Aufgenommen wurde diese Folge im studioMR und präsentiert wie immer von HVV Switch, der besten App fürs Mobilbleiben in Hamburg.

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00:00:00: Hier sitzt die Kultur der Stadt zusammen.

00:00:03: Der Kaltscher Club.

00:00:05: Fragen an die Kultur

00:00:06: und

00:00:07: Antworten

00:00:07: der Macher, nur im Ahoi-Kaltscherklapp!

00:00:11: Eine Stadt wird bunt, Graffiti Hip Hop und kollektive Erinnerungen.

00:00:15: herzlich willkommen zur dreifürzigsten Ausgabe des Kaltscher Clubs.

00:00:18: diese Folge widmet sich einer Kultur, die lange im Verborgenen gewachsen ist und heute prägend für Hamburg ist.

00:00:24: Graffiti und Hip Hop darüber sprechen wir drei Gäste, begleitet, dokumentiert und aktiv mitgestaltet haben.

00:00:32: Den Künstler und Kurator Mirko Reiser dem Labelmacher und langjährigen DJ Oliver Herbst sowie dem Journalist und Producer Dennis Krauss.

00:00:40: im Zentrum steht das Projekt eine Stadtwirt bunt ein Zusammenspiel aus Buch Ausstellung und Musik dass die Geschichte von Graffiti & Hip Hop in Hamburg erstmals umfassend erzählt.

00:00:52: Aufgenommen wird diese Folge im Studio MR und präsentiert wie immer von HVV-Switch, der besten App fürs Mobilbleiben in Hamburg!

00:01:12: bis du als graffiti writer aktiv und hast über hip hop sowie reisen in die usa früh zugang zur sene gefunden.

00:01:19: heute arbeitest du international als künstler und kurator.

00:01:23: wir sprechen ja vor allen dingen am über das endergebnis was jetzt auf dem tisch liegt nämlich dieses wunderbare buch sehr schwere buch er sehr gewichtig aber auch von der bedeutung.

00:01:35: erklär mal in einem satz was ist eine stadtwirt?

00:01:38: bund?

00:01:39: Eine Stadt wird bunt, ist ein Projekt was die Entstehungsgeschichte der Hamburger Graffiti Szene erzählt.

00:01:46: Zuerst als Buch geplant dann kam eine Museumsausstellung aber dann war klar man muss auch die Musikhistorie erzählen.

00:01:53: deshalb es ist dann eben noch größer geworden.

00:01:55: Oliver Herbst, du wurdest in Hamburg geboren bis seit den späten und neunzehntachziger Jahren Teil der Hamburger Hip-Hop Szene.

00:02:03: Zunächst als Graffiti Writer und DJ später auch als Mitglied der Band City Nord.

00:02:07: heute betreibst Du verschiedene Musiklabels unter dem Flaggschiff Pyro Enterprises.

00:02:13: Was ist Dein Zugang und deine Erklärung zu eine Stadtwirt Bund?

00:02:18: Also total spannendes Projekt.

00:02:20: bin total stolz dass ich da teil sein darf und werden durfte.

00:02:26: Also ein total wichtiges Projekt auch für die Stadt Hamburg und für die Kultur.

00:02:32: Das wird Dennis Krauss genauso sehen, du wurdest in Hamburg-Bambi geboren und warst zunächst selbst als Graffitiwriter aktiv später als Journalist tätig und hast über viele Jahre das Hip Hop Magazin Backspin geprägt und als Producer unter anderem für Mr Schnabel, Nico Soave und CityNord gearbeitet.

00:02:49: eine Stadt wird bunt.

00:02:51: In welchen Farben würdest du das denn beschreiben, dieses Projekt?

00:02:54: Ich weiß immer nicht welche Farben, welche Worte sozusagen besetzen.

00:03:00: Aber für mich ist es vor allem Leidenschaft, dass wieder auffrollen oder erforschen auch der eigenen Vergangenheit, dass erforschen der Vergangenkeit vieler Bekanter und Freunde und darüber hinaus dann eben auch dieser gesamten Historie der Kultur so zu sagen.

00:03:16: Ja.

00:03:17: Mirko!

00:03:18: Umfasst dich auch ein bisschen Traurigkeit oder nur Stolz und Glück, dass dieses Buch jetzt entstanden ist?

00:03:23: Dass viele später geborene oder später hinzugezogene wie ich beispielsweise überhaupt von euren Aktivitäten gehört haben.

00:03:32: Traurigkeit weil es vielleicht auch irgendwie einen Abschluss ist oder es ist nur ein kleiner Meilenstein.

00:03:38: Nee, da hast du absolut den Nagel auf dem Kopf getroffen.

00:03:41: Also es ist tatsächlich nach zehn Jahren die wir ja jetzt schon dabei sind.

00:03:45: Wir haben angefangen mit einem Vierer-Team mit Frank Petering und Andreas Tim und Oliver Nebel.

00:03:52: In meinem Atelier an diesem Tisch hier haben wir angefangen dieses Projekt zu starten.

00:03:57: Und jetzt nach zehn Jahre ist es tatsächlich so ein gefühlter Abschluss auch weil man jetzt so viel in diesem Projekt gemacht hat von so vielen Seiten das Ganze auch beleuchtet hat, dass man dann irgendwie finde ich auch so einen Punkt finden muss, damit es nicht irgendwie sich durchgenudelt am Ende anfühlt.

00:04:18: Und ich glaube wir haben da mit ein gutes Beispiel auch hingelegt für andere Städte.

00:04:22: das ist ja auch mal ganz spannend weil natürlich viele auch davon träumen dass in ihrer Stadt auch zu haben so ein Projekt was so intensiv diese Anfänge der Hip Hop und Graffiti Szene beleuchtet.

00:04:34: und damit haben wir glaube ich eine gute Blaupause hingelegt.

00:04:38: Dennis, du als Journalist würdest du dich einkaufen lassen von München oder Berlin um da genau so ein Buch nochmal hinzulegen?

00:04:46: Der das quasi alles aufarbeiten könnte.

00:04:48: Auf keinen Fall!

00:04:48: Also nicht weil ich das nicht gut oder spannend fände aber ich glaube dass müssen Menschen also sozusagen Pondants von mir in diesen Städten machen.

00:04:58: Ich könnte dann nicht als Hamburger irgendwie jetzt in Berlin den Typen raushängen lassen, der da irgendwie mitreden könnte.

00:05:06: oder also da geht es auch viel so um kennen und verstehen.

00:05:09: Auch um Respekt würde ich sagen und man braucht ja schon eine zumindest gewisse Szene Zugehörigkeit.

00:05:16: Und meine Wurzeln sind hier Ich bin hier geboren hier groß geworden und alles das wäre in München oder Berlin jetzt für mich persönlich nicht machbar wünsche mir aber dass andere das dort machen.

00:05:27: Oliver Wir bewegen uns ja in einer Zeit von den Anfängen dieses, nicht nur des Projekts sondern der ganzen Geschichte wo ihr das erste mal damit in Berührung kam.

00:05:37: Wo die Städte durch die mangelnden Informationsflüsse gar nicht so sehr zusammengewachsen waren.

00:05:43: heute weiß man wenn in München jetzt irgendwo eine Wand besprüht wird siehst du das im Grunde sofort bei Instagram.

00:05:50: Wie war denn euer Blick so zum einen auf Hamburg aber vielleicht auch auf andere Städten damals?

00:05:56: Ja komischerweise Auch wenn es kein Internet gab, hat man trotzdem mitbekommen.

00:06:01: Wenn irgendwo anders was los war... Ich weiß letztendlich gar nicht mehr warum oder wie das eigentlich zustande kam.

00:06:06: aber mit Dennis bin ich ja schon sehr lange befreundet.

00:06:08: wir haben ja sozusagen unsere anfängliche Hip Hop Zeit gemeinsam erlebt und durchgemacht quasi Wir sind zusammen in andere Städte gefahren, wenn irgendwo was los war auf einer Hip-Hop Jam.

00:06:20: Egal ob im Hamburger Dunstkreis irgendwie von Ezehoe bis Ahrensburg oder bis nach Köln oder sogar noch weiter in die Schweiz zum Beispiel weil ich jetzt zum Beispiel nicht dabei.

00:06:28: aber sowas hat man irgendwie komischerweise trotzdem mitbekommen und es gab durchaus Netzwerk teilweise über die Fanzins, teilweise vielleicht über den offenen Kanal Hamburg wo sehr viele Informationen auch verbreitet worden sind.

00:06:41: Wo ich auch selber eine Sendung hatte damals zum Beispiel ein Kleine also man war schon vernetzt und hat dann auch schon auf andere Städte geschaut.

00:06:48: das gab es durchaus.

00:06:50: Dennis, wann habt?

00:06:50: Kannst du dich an eure erste Begegnung erinnern?

00:06:55: Wir waren im selben

00:06:57: Kindergarten.

00:06:57: Dann

00:06:58: konntet ihr noch nicht mitbekehren,

00:06:59: das ist seit zweiundachtzig!

00:07:00: Ehrlich?!

00:07:00: Ja also erst ein Jahrgang über mir.

00:07:03: wir waren dann auch auf derselben Schule.

00:07:04: irgendwann kam er denn in meine Klasse und dadurch hatten wir eigentlich immer

00:07:08: schon... Also erst trat er in dein Leben.

00:07:10: und wann kam der Hip-Hop und alles andere dazu?

00:07:15: Mute, es müsste so'n neunundachtzig gewesen sein durch den älteren Bruder eines anderen Freundes.

00:07:21: Ja,

00:07:22: Mirko!

00:07:23: Wann bist du mit den beiden in Berührung gekommen?

00:07:26: Ja auch genau, auch schon relativ früh, aber von Vardas vierneinzehnt, dreineuen, dreineuenzehn... Jetzt

00:07:31: ist noch was wo wir

00:07:32: die große

00:07:32: Wand waren mit Lumet und so glaube damals das erste Mal getroffen tatsächlich.

00:07:36: Aber natürlich habe ich deine Werke schon vorher gesehen Also auch schon als Kassar Genau,

00:07:40: also da muss man jetzt dazu sagen.

00:07:41: Ich bin ein Tick-Elter und habe dann n' eighty-nine zwar auch erst angefangen zu sprühen weil das ist dann eben dafür dass ich ein neun siebziger Jahrgang bin relativ spät gewesen die meisten die schon sechsohn achtzig sieben und achtzig angefangen haben.

00:07:56: in Hamburg waren auch so siebzig ein neunsiebzige Jahrgänge.

00:07:59: Ich hab' biologisch gemerkt, dass ich

00:08:17: die jüngeren Leute überhaupt nicht vorstellen können.

00:08:20: Teile der Dinge, die ihr damals getan hat waren illegal.

00:08:24: Könnt ihr mal die Situation beschreiben, Dennis?

00:08:26: Wie das so war damals, seinen Neigungen nachzugehen.

00:08:30: Die Musik war jetzt nicht illegal aber quasi fast alles drum herum.

00:08:34: Also auch Partys waren ja teilweise eher im Versteckterinnen glaube ich.

00:08:39: Bei den Partys war es schon zumindest halboffiziell würde ich sagen.

00:08:43: also die frühen Hyperparties in Hamburg waren dann eher aus der Jugendthemen und so weiter weil die Clubs auf dem Kiez da hättest du als vierzehnjähriger an der Tür wahrscheinlich doch ein paar

00:08:53: bekommen.

00:08:54: Aber was gerade das Graffiti und die Illegalität angeht, war es zumindest bei mir so dass ich das ganz am Anfang gar nicht so als irgendwie illegal zu planende Straftat sozusagen wahrgenommen habe sondern es ging einfach so um den den Flash sage ich mal sein Namen irgendwo hinzuschreiben zum späteren Zeitpunkt da wieder dran vorbeizukommen und ihn dann zu sehen.

00:09:17: Und das sind halt anfangs einfach mit dem Adding achthundert zum Beispiel oder vergleichbaren Markern und irgendwann später denn auch etwas aufwendiger mit mehreren Sprühdosen, Großflächiger usw.

00:09:30: Aber dass das so als illegal selber von mir wahrgenommen wurde kam dann erst mit der Zeit.

00:09:35: also wo man sich denn auch überlegt hat okay ich will ja nicht erwischt werden weil könnte teuer werden und so weiter.

00:09:41: die Eltern wären erschreckt.

00:09:42: da ist ein bisschen mehr Vorsicht und Planung ins Spiel gekommen.

00:09:46: ganz am Anfang war es würde ich jetzt sagen

00:09:48: nicht so

00:09:49: Dass ich darüber nachgedacht habe.

00:09:51: Mirko, du hast ja erst mit achtzehn angefangen.

00:09:53: Das heißt deine Eltern werden keinen Besuch von der Polizei bekommen haben.

00:09:58: Aus anderen Gründen haben viele Freunde vor mir es erlitten dass sie unter achtzehnt noch von der Polizeivache abgeholt werden mussten.

00:10:06: Bei dir hat sich das ja alles irgendwie dann noch im Stilleren irgendwie zugetragen.

00:10:11: oder bist du tatsächlich auch mal mit der Polizei in Büroung gekommen?

00:10:14: Wahrscheinlich häufig

00:10:14: genug.

00:10:15: Ich habe tatsächlich als siebzehnjähriger schon angefangen und bin dann auch gleich erwischt worden, also es war tatsächlich so dass die Polizei denn schon die eine oder andere Hausschüsserungen bei uns damals gemacht hat, auch als ich nochmal meine Eltern gelebt hab.

00:10:28: Das blieb nicht aus, weil das genau die spannende Zeit war und das wird auch sehr gut bei unserem Buch dokumentiert.

00:10:37: Wo einfach in den Achtzigerjahren ja dass alles noch so ein Eldorado war in Hamburg, weil es noch gar keine wirkliche Strafverfolgung gab.

00:10:44: also wurde viel auf Bahngelände gesprüht.

00:10:46: Die normale Polizei durfte oder darf gar nicht auf Bahngelände ermitteln, weil sie das Gelände nicht betreten darf.

00:10:53: dafür gibt es die Bahn oder damals die Bahnpolizei Und die hatte das Thema Graffiti noch gar nicht auf dem Zettel.

00:10:59: Echtundachtzig ist dann aber die Sonderkommission der Bahnpolizei hier gegründet worden, weil einmal natürlich immer mehr gesprüht worden ist und auch gesehen worden ist... Da muss man mal was gegenmachen!

00:11:11: Aber vor allen Dingen das S-Bahn-Surfen hier ein Riesenthema war.

00:11:14: Damals konnte man während der Fahrt einfach nur die Türen aufstemmen bei den S- Bahnen, konnte sich draußen an die Regenrinne hängen.

00:11:24: Siebenundachtzig der Erste abgestürzt gestorben und dann musste da wirklich die Stadt oder eben die Bahn auch handeln.

00:11:32: Und spätestens neunundachtig waren eigentlich die meisten Sprühe, die an den Achtzigern gesprüht hatten erwischt.

00:11:39: Viele haben dann aufgehört, die waren genau in dem Alter, mussten man eh zur Bundeswehr oder Zivildienst erste Ausbildung fingen an.

00:11:46: und die Generation, die dann neun und achtzig angefangen hat zu der ich dann eben auch zählte hatte eben genau das Problem, es gab plötzlich eine Strafverfolgung.

00:11:54: Es war nicht mehr ein Paradies daraus wo man einfach mal wild sprühen konnte und es hat im Grunde niemanden gestört.

00:11:59: Und dann wurde das Ganze schon ein bisschen aufwendiger und ein bisschen bewusster was man da auch gemacht hat.

00:12:05: Man musste dann plötzlich vorsichtig sein und man ist aber leider auch mal erfischt worden.

00:12:10: Achtung!

00:12:11: Achtungen!

00:12:11: Werbung Einfach immer am Start.

00:12:15: die HVV Switch App für euch, damit ihr jedes eurer Ziele in Hamburg und Umgebung erreichen könnt.

00:12:21: Einfach schnell und direkt ermöglicht die HvV Switch app euch den unkomplizierten Kauf von HVVO Tickets!

00:12:30: Zusätzlich dazu könnt ihr mit der App ein Sixt Share, Share Now oder Miles Automieten einen Tier- oder Voi eScooter oder Moja Shuttle buchen um bequem von A nach B zu gelangen.

00:12:43: Weitere Infos unter www.hvv-switch.de.

00:12:49: Achtung!

00:12:50: Das war ein Konsumhinweis Oliver, wie politisch waren denn eure Ambitionen eigentlich?

00:12:57: Oder war es einfach nur dieses Nicht-Erwischen und möglicherweise auch den Tech oder das Bild oder was auch immer möglichst lange irgendwo hängen

00:13:04: haben.

00:13:06: Bei mir persönlich war's nicht politisch eigentlich.

00:13:08: also ich habe keine Parolen gesprüht oder sowas.

00:13:10: Ich bin ja auch erst Ende der achtziger Jahre dazugekommen mit kleineren Sachen.

00:13:15: Ich glaube bei Mirko war schon wesentlich größer angelegt und wesentlich professioneller und sicherlich auch wesentlich talentierter.

00:13:21: Das kommt dann auch noch dazu.

00:13:23: Politischer Aspekt war bei mir eigentlich gar nichts.

00:13:24: Es ging wirklich darum, write in your name and get fame.

00:13:28: Das war das Motto.

00:13:31: Was waren denn so die beliebtesten Orte eigentlich?

00:13:34: Also neben den S-Bahnen gab es so Ortsteile wo man besonders gerne hingegangen ist.

00:13:39: also ist man besonders gern nach Eppendorf gegangen um den Wohlverdienern zu zeigen dass sie auch schmuddelige Wände haben können.

00:13:46: weil das war ja damals zwar das Jahr mit sehr viel Verdruss verbunden von der Stadtgesellschaft.

00:13:52: Also, ich habe glaube ich damals nie daran gedacht in Eppendorf den Bonzen auf die Hauswände zu tägen.

00:13:59: Aber natürlich gab es Orte hier in der Stadt an denen es viel Graffiti zu sehen gab... Weil

00:14:04: das dort leichter war oder weil es irgendwie auch einen besonderen Reiz

00:14:07: hatte?

00:14:08: Weil es irgendwie im Flächen gab also zum Beispiel bei uns gleich um die Ecke Die Gesamtschule stellt's hoch so ein Kosmos für sich komplett bemalt Fußböden, Dächer, Türen alles Und ich weiß gar nicht, ob das ja eigentlich wirklich so offiziell erlaubt war oder ob die das einfach gemacht haben.

00:14:24: Aber das wäre zum Beispiel ein Ort, wo man halt viel sehen konnte und wir waren damals, wie gesagt, in den Nacken, wie alt war ich?

00:14:30: Da dreizehn oder so?

00:14:31: Oder vierzehn?

00:14:33: Also halt auf definitiv noch jünger so, das heißt wir haben natürlich auch viel geguckt was machen die älteren und sind dadurch halt zu verschiedenen Orten gekommen.

00:14:39: Kampnagelfabrik fällt mir zum Beispiel auch noch ein.

00:14:42: dann gibt es eine Schule in Altona ich glaube das war das Gymnasium Altonar an der Bleiken oder Blykennenallee am Hohenzollernring genau wo irgendwie aus unserer Sicht geilsten Sprühe der Stadt legal an der Thornhalle Bilder gesprüht haben, wo wir halt regelmäßig hingepilgert sind kann man schon so sagen.

00:15:01: Aber erstmal um zu

00:15:02: gucken?

00:15:02: Um zu gucken genau und dann gab es natürlich so bestimmte Spots sage ich mal entlang der S-Bahn und U-Bahnen Strecken zum Beispiel dieses große Viaduct Diebstreich, wo auch sehr viel gesprüht wurde oder so eine lange Wand zwischen Baranfeldt und Alphana an der

00:15:18: S.I.,

00:15:19: also ein rote Backsteinwand usw.. Da hat sich viel abgespielt.

00:15:23: Und da sind wir halt oft hin, haben geguckt später natürlich auch an diesen Stellen mal selber gesprüht weil irgendwie ist es ja auch so ein bisschen als Sprühe.

00:15:31: also einerseits ist es total cool eine neue unbesprühte Wand entlang der S-Bahn oder oberen Strecke zum Beispiel zu entdecken und dazu als erster sein Bild draufzuhaben.

00:15:40: andereseits ist das aber genauso attraktiv an diesen stellen wo sowieso viel passiert wo man dann halt auch vielen anderen die da vorbeikommen genau wie wir da sozusagen zu zeigen, dass man auch da ist.

00:15:51: Und das war dann eben so eine Art von Kombination sage ich mal.

00:15:54: Ja Oliver wie war das denn bei dir?

00:15:57: War erst die Musik oder war die Sprühdose in deinem Leben?

00:16:01: Das kam tatsächlich quasi gleichzeitig.

00:16:04: also angefangen habe ich tatsächlich sechsenachtzig siebenundachtzig mit den ersten die ersten Hip-Hop Sachen zu hören, die man dann so aufschnappt sowas wie Public Enemy oder Run the MC Eric B&Ruck im LL Cool J Halben, die dann gerade frisch raus kamen oder die Artists, die angesagt waren.

00:16:19: Die hat man sich auf Kassette überspielt.

00:16:21: und Kumpel von mir, der dann auch sehr viel Graffiti gemalt hat, hat mir den Film Beat Street gezeigt.

00:16:26: Den hatte er ja auf VHS-Kassette als... DDR Fernsehen, Recording oder irgendwie sowas.

00:16:31: Und dann war also das ist eigentlich ganz klassische Geschichte wie wir es auch bei der Recherche fürs Buch und für die Kombination später auch erfahren haben dass ganz viele Parallelen eigentlich da sind bei verschiedenen Leuten die dann auch extrem erfolgreich in der Szene waren oder darüber hinaus die alle so diesen ähnlichen Weg hatten, den ich jetzt gerade beschrieben habe mit dem Film B-Street oder Wildstyle oder Styleboss.

00:16:52: Den zu sehen eine alte VHS Kassette zu sehen und dann total angefickst sein von dieser Gesamtkultur mit Breakdance, mit Graffiti und der Hip Hop Musik halt.

00:17:02: Und genau so ist es da bei mir eigentlich auch entstanden.

00:17:04: Dann haben wir ja einen Fanzing gegründet, Dennis, der neben mir sitzt und ich hab' denn so ein kleines Graffiti-Fanzing gemacht.

00:17:09: also das was Dennis gerade beschrieb hat mit diesen ganzen Touren, die man so gemacht hat, damit Fotoapparat dabei gehabt, Fotos geschossen und dann schon so ein kleines Ortner gehabt mit Bildern.

00:17:19: Und dann angefangen diese Bilder dann tatsächlich zusammen zu kleben und einen Magazin daraus zu machen So ein schwarz-weiß kopiertes Magazin über

00:17:26: Fotokopierer.

00:17:27: Ja, das war denn schon ein Tickprofessioneller bei uns?

00:17:29: Wir hatten dann schon den Tipp dass man... wie heißt es?

00:17:31: Laserbroker

00:17:31: oder...?

00:17:31: Näsik gerasterte Fotokopyra.

00:17:33: Genau, weil sonst hast du nur Schwarzverletzungen.

00:17:36: Das

00:17:36: war schon einen Qualitätsunterschied.

00:17:37: ob man selber auf dem Kopierer packt so oder ob man das wirklich ein einigermaßen halbprofessionell macht hat man viel bessere Kontraste und so weiter.

00:17:45: Und das haben wir dann so gemacht und ja das Ding dann auf den Halbhop Jams dann irgendwie vertickt.

00:17:49: ne

00:17:52: Mirko Du bist ja dann bekannt geworden als Künstler.

00:17:55: Wie sehr tut es dir denn weh, dass du nicht auch musikalisch so talentiert warst?

00:17:59: Würdest du's eintauschen wollen.

00:18:01: Um Gottes Willen nein!

00:18:03: Ne also da muss man ja dann irgendwie auch realistisch sein und ich glaube man hat dann doch seine Talente die man in der Wiege gelegt kriegt keine Ahnung.

00:18:13: aber Musik ist es dann wirklich definitiv nicht.

00:18:15: Da bin ich sehr froh wenn man jetzt heute sieht wie krass die Rapper erfolgreich wurden Und das muss man ja auch sehen.

00:18:25: Früher war das wirklich alles eine Szene, eine Kultur, alles irgendwie zusammen und wir haben sozusagen alle mal von so einem gleichen Punkt aus ja auch gestartet.

00:18:34: und dann hat man schon gemerkt okay das fing ja auch denn irgendwann in Deutschland an auf den Jams da war man als Sprüher eingeladen, da waren die ersten deutschen Rap-Bands, die haben denn schon eine Gage gekriegt und wir haben dann da immer noch umsonst irgendwie ... haben uns gefreut dass wir dann in Leinwand bemahlen durften und so.

00:18:51: Und da hat man ja schon gemerkt okay das geht hier irgendwie so ein bisschen auch dann auch in eine falsche Richtung vielleicht.

00:18:56: Dann gab es die Major Labels, die natürlich sich da auf die Musiker gestürzt oder auf die Bands gestürz haben.

00:19:02: Aber dann kamen auch in unserem Bereich der Kunstmarkt und die Galerien und die Museen und haben natürlich auch gemerkt, okay, da passiert eben auch in der Bildendenkunst was Neues... ...und deshalb bin ich total happy, dass sie in dem Bereich auch geblieben

00:19:16: sind.".

00:19:16: Wann hast du denn das Gefühl gehabt, dass der Mantel der Illegalität irgendwann abgestriffen wurde?

00:19:21: Oder zumindest angefangen wurde, die das als Kunst anzuerkennen?

00:19:27: Ja, ich glaube schon dass das so um die Nuller Jahre denn so langsam los ging.

00:19:31: Also bei mir jetzt persönlich war es so, dass ich dann ab sechsohneinzig in die Schweiz gegangen bin und freie Kunst studiert habe und für mich da auch diese Richtung gesehen hab das Ganze auf so ein ernsthafteres Level sozusagen oder nochmal für einen selber Persönlich auf so neueres Level vielleicht auch zu heben.

00:19:50: Wir haben aber hier in Hamburg schon im Altona Museum eine Museumsausstellung gehabt mit deutschem Graffiti.

00:19:57: Es war die erste Museumsaustellung in Deutschland, mit deutschem Graffiti und man hat schon gemerkt auch früher Galerien haben den langsam schon ja auch Graffiti ausgestellt.

00:20:07: Man hat schon gemacht dass da was passieren wird.

00:20:09: Aber so richtig happy waren wir als Szene eigentlich nicht wie vor allen Dingen Außenstehende dann das Ganze supportet haben.

00:20:20: Also Verlage, Autoren, Galerien die nicht aus der Szene kamen sondern meinten jetzt auf diesen Zug aufspringen zu wollen.

00:20:28: Haben das oft nicht so hingekriegt wie man es eben selber gemacht hätte und deshalb haben wir dann auch ab zweitausend dann noch bis zwei tausend.

00:20:35: zwei hier zum Beispiel die Urban Disziplin Ausstellung auch organisiert mitkoratiert wo wir gesagt haben Organisieren hier mal Ausstellungen, die wirklich auf so einem Level sind und auf eine Art und Weise wie wir uns das vorstellen um da auch mal so ne Blaupause zu

00:20:48: haben.

00:20:48: War das dann schon ein kommerzieller Erfolg Anfang der Nullerjahre?

00:20:53: Diese Ausstellung oder...

00:20:55: Also kommerzielle Erfolg im Sinne dass wir ne schwarze Null hatten ja, aber immer ohne Null.

00:21:01: Immer kein Minus.

00:21:03: Dennis!

00:21:04: Wie ist das denn gewesen?

00:21:05: Auch hier als kleine Erinnerung für die Jugend.

00:21:09: Ihr hattet nicht alle ein Handy und schon gar nicht konnten Händis fotografieren, wie habt ihr eure Kunst denn dokumentiert?

00:21:16: Das ist ja auch der Geist von Street Art dass es im Zweifel zwei eine Stunde später schon wieder übermalt ist.

00:21:23: Fotos

00:21:23: Ja, total wichtig.

00:21:24: Also das was ich eben erzählt habe... Sie haben

00:21:26: schon so eine Ritzschrattsklickkamera von Kodak oder eigentlich

00:21:30: das Ding?

00:21:30: Ich hatte glaube ich irgendeine billige Kleinbild-Kamera.

00:21:33: einfach und da wir sind schon auch weil wir dieses schwarz-weiß Graffiti-Fan-Scene gemacht haben Olli und ich, haben wir natürlich sowieso viel fotografiert, fanden das auch wichtig und gut.

00:21:43: natürlich dann auch immer unsere eigenen Sachen Und im Grunde ohne Foto ist es denn irgendwie nicht so ganz existent

00:21:50: gewesen?

00:21:50: Den Beweis den hat man immer gleich gemacht

00:21:52: Ja, und auch wenn man zum Beispiel illegal eine S-Bahn besprüht hat in Hamburg dann hat man auch...

00:21:58: Was wir jetzt nicht gemacht haben.

00:22:01: Im Dunkeln

00:22:02: ist

00:22:02: es alles verliert!

00:22:04: nach sieben Jahren glaube ich.

00:22:05: Aber auf jeden Fall du hast da halt auch im Dunkeln, im S-Bahn Depot dann einfach mit Blitz am besten so ein bisschen von der Seite weil wenn der Blitz so frontal aufs Bild rauf fällt ist das Foto nicht so geil gewesen.

00:22:16: also bei zumindest meiner Erfahrung hast Du natürlich auch die sogenannten Nachtfotos die Beweisfotos gemacht weil Du ja Angst haben musstest dass Du die S-bahn nicht widersiehst weil irgendwie sie gleich in den Buff gezogen wird oder man sie irgendwie auf der Jagd

00:22:30: verpasst.

00:22:31: Also Fotos extrem wichtig

00:22:33: Und zu diesem Thema ja auch ganz spannend, also als wir angefangen haben zum Projekt Anderstatt wird uns zu recherchieren ging es ja genau darum diese ganzen alten Fotos negative mal wieder zu sichten.

00:22:45: Zu gucken was gibt das überhaupt?

00:22:46: und wir haben jahrelang hier in Hamburg alle alten Leute wieder versucht zu kontaktieren und zu fragen was habt ihr noch so ein Material?

00:22:53: Wir haben vierhunderttausend Fotos und Negative gesichtet und ich bin mir sicher dass schon fünfzig Prozent verschwunden waren.

00:23:00: Also es wurde unglaublich viel dokumentiert früher, weil eben Graffiti so vergänglich ist und man eigentlich immer sofort ein Foto haben wollte.

00:23:08: also das heißt die Dokumentation aber auch dann das Publizieren.

00:23:13: also dass eben verbreiten dieser Fotos ist Teil dieser Szene.

00:23:17: deshalb gab es schon so früh Graffiti-Magazine Dann später sind natürlich auf viel ins Internet gegangen haben Webseiten gemacht heute eben auf Instagram Das Verbreiten eben dieser Fotostes auch ganz wichtig und teilt

00:23:28: Oliver, wie schnell war denn klar dass dieser ganze Lebenskosmos irgendwann wirklich dein Leben ist und du nicht Industrie kaufmann wirst oder?

00:23:37: Das ist auch eine Entwicklung gewesen.

00:23:39: Also nach und nach hat man natürlich dann festgestellt okay Man ist vielleicht in einer Sache ein bisschen besser da ich habe ja dann auf.

00:23:45: also sagen wir meine Graffiti Zeit war jetzt nicht wirklich so spektakulär wie sie jetzt zum Beispiel bei Möko dann erst stattfahren soll.

00:23:51: Ich hab's halt gemacht aber ich hatte auf die Aktion selber und Spaß daran hatte.

00:23:55: Und dann aber auch ziemlich schnell gemerkt, okay in dem Musikbereich das macht mir eigentlich noch mehr Spaß.

00:23:59: oder da bin ich eigentlich noch tiefer drin mit der Musik mich zu beschäftigen, Kassetten aufzunehmen, Radiosendungen mitzuschneiden, ein kleines Kassettennarchiv von paar hundert Kasseten und alles ganz akkurat beschriftet usw.

00:24:11: Da war ja schon ziemlich schnell klar irgendwann als ich gefragt worden bin von meinem damaligen MC-Rapper Felix XL, der damals die Band Null auf fünfzehn hatte Ob ich denn der DJ werden möchte, weil er gerne zwei DJs haben möchte.

00:24:24: Ein hat er schon und dann wollten wir so eine DJ Show kreieren.

00:24:28: Und da war es dann ziemlich klar okay jetzt nimmt das ein bisschen professionellere Züge an so und dann ging es weiter dass wir zu den Nord wurden und mit der Band dann eben Plattenvertrag bekommen haben.

00:24:38: und dann habe ich Club Geeks gespielt, dann haben wir Festivals gespielt und sowas und dann Tony gemacht usw.

00:24:44: Mit Black Eyed Peas unterwegs gewesen als Vorband und dann wurde es halt richtig professionell.

00:24:48: und dann hab' ich gesagt Das ist auf jeden Fall mein Ding und hab aber nebenbei auch immer in der Musikbranche dann auch gearbeitet.

00:24:56: Also ich war dann in einer Promotionfirma, wo ich denn DJ Promo gemacht habe, Clubcharts erstellt, Pressepromo mitgeleitet oder damit koordiniert habe für verschiedene Künstler, Jeff Jam Germany damals, Cruiser Vash Beginner

00:25:09: usw.,

00:25:09: da haben wir ein Promo-Arbeit für gemacht.

00:25:11: also auch der Hintergrund nicht nur Onstage, sondern auch Backstage.

00:25:15: Hat mich auch mal massiv interessiert von vornherein eigentlich schon damals schon als wir mit der Band unterwegs waren Die Jungs... Da waren wir mit dem Nightliner unterwegs.

00:25:23: die Jungs haben ein Playstation gedeitelt und ich saß mit den Buckern hab was gegessen und habe denen ausgequetscht.

00:25:27: wie läuft das Booking?

00:25:28: Wie funktioniert so etwas?

00:25:30: Wie kann man so eine Tour planen und so Das war immer schon bei mir auch so ein Interesse hinter den Kulissen quasi zu schauen wie funktioniert das Business oder was gibt es da noch außer Plastischen Datteln?

00:25:41: und auf der Stage sich feiern lassen.

00:25:44: Jetzt haben wir am Anfang des Gesprächs schon festgestellt, dieses Buch ist nicht nur was Besonderes für Hamburg sondern auch für Deutschland weil es wirklich einen großen Zeitabschnitt einer Stadt irgendwie darstellt in diesem Bereich.

00:25:55: Denn es is Hamburg da nicht nur durch dieses Buch etwas besonderes Für diese ganze Lebenskultur.

00:26:02: oder habt ihr schon immer auch wie's sehr häufig ist nach Berlin rüber geguckt bzw.

00:26:08: ich glaube speziell im Hip-Hop Bereich ist München auch noch recht aktiv gewesen.

00:26:13: Also hier in Hamburg haben wir, muss ich echt zur Schande gestehen lange nicht nach Berlin geguckt.

00:26:20: Ich wusste wenig darüber gerade jetzt so in den frühen neunzigern was in puncto graffiti dort abging.

00:26:26: München war schon sehr wichtig halt einfach weil Einige sehr bekannte Sprühe daher kamen, weil es auch so großflächig ist, teilweise ja dann auch schon legale Produktion gab.

00:26:35: Es gab halt auch schon dieses ganz frühe Buch Graffiti Live.

00:26:39: die Züge gehören uns heißt das... Ich weiß nicht von wann ist das?

00:26:41: Von vier und fünfund sechsen achtzig irgendwie.

00:26:43: Sechsund

00:26:44: achtzig, siehmal

00:26:45: achtzig.

00:26:46: Denn das Graffiti Live von deundzeint sechsten achtzig oder sieben und achtzig.

00:26:50: Das kannte man ja natürlich auch schon so aus der lokalen Bücherhalle, wo man es vielleicht mal mit entlöser Überziehung ausgeliehen hat ohne Mitgliedsausweis.

00:26:58: Und dadurch hat man dann natürlich gerne hingeguckt.

00:27:01: Dortmund hat man auch gerne hingekuckt einfach weil da sehr massiv sehr viel Züge besprüht wurden.

00:27:07: Man hat vielleicht auch nach Heidelberg geguckt, weil obwohl dass jetzt Ja, obwohl das heidelberg ist im Grunde Also wenn man sich irgendwie einigen müsste auf eine Stadt, die die Wiege von Hip-Hop in Deutschland darstellt.

00:27:19: Okay

00:27:19: durch die amerikanischen Soldaten?

00:27:21: Ja

00:27:21: auch durch die Akteure dort also eher mit dem grünen Pass und dem goldenen Adler drauf.

00:27:26: Akteüre so Advanced Chemistry Torch.

00:27:31: Aber auch Sprüher, Vikingen, SCM Crew, Scotty.

00:27:34: dann ein bisschen später... Da hat man auch hingeguckt.

00:27:37: es gab halt auch irgendwie schon Verbindungen dahin dass in Hamburg Leute groß mit Berlinern connectet waren, wüsste ich jetzt.

00:27:47: Also war auf jeden Fall nicht so wie nach München, nach Dortmund oder auch nach Heidelberg.

00:27:51: und insofern ob Hamburg was Besonderes ist um die Frage zu beantworten würde ich eigentlich mit Ja und Nein beantwortn.

00:27:59: also ich glaube Mirko wir haben darüber ja schon öfter geredet so den typischen Hamburg-Stil im Graffiti gibt es wahrscheinlich irgendwie nicht oder?

00:28:08: Ne gibt das nichts zu divers hier gewesen.

00:28:10: aber

00:28:12: Insofern gibt es vielleicht nicht nur dieses eine typisch hamburgmäßige, aber hier war halt irgendwie immer auch viel Durchreise.

00:28:20: Viele Leute sind hierhergekommen und haben hier gesprüht.

00:28:22: Wir haben ein tolles Essbahnsystem mit Laufstegen

00:28:25: usw.,

00:28:26: wo dann auch gut illegale Sachen gemacht werden konnten usw.

00:28:30: Und insofern besonders ja-und nein würde ich sagen!

00:28:34: Wir haben schon hier so ein paar ganz besondere Punkte gehabt, was Hamburg ausgemacht hat und das ist eben genau was du sagst.

00:28:41: Hier sind viele Leute durchgekommen wir sind ja das Nadelöhr in den Norden gewesen früher ist man mit der Bahn gereist innerhalb der Szene Das heißt alle die nach Skandinavien wollten sind durch Hamburg gekommen und umgekehrt.

00:28:51: das ist glaube ich ganz entscheidend gewesen.

00:28:53: dann die Nähe zu London zur Musikszene Punk deshalb auch, weil das in Hamburg war eben Punk schon dann ja auch sehr früh angekommen und eben auch die große linke Szene Flora aber vor allen Dingen Hafenstraße.

00:29:04: Das hat Hamburg schon sehr besonders gemacht und ich glaube auch wenn sich oder vielleicht genau deshalb hat sich hier auch nicht so ein ganz typischer im Graffiti typischer Hamburg-Stil entwickelt, weil es ebenso divers ist.

00:29:14: Wenn ich kurz eine Sache ergänzen darf, besonders habe was so das Licht der Hip-Hop Szene auf Hamburg angeht.

00:29:21: Das, was Mirko sagt also was Hamburg jetzt besonders macht gerade so dieses mit Hafenstraße Rotoflora und so.

00:29:26: ja total.

00:29:27: also das kenn ich so aus anderen Städten in Deutschland würde ich sagen nicht aber genau das noch so.

00:29:34: ergänzend dazu

00:29:36: Oliver hat euch denn die Arbeit an dem Buch nochmal ganz neue Aspekte oder Erkenntnisse gegeben?

00:29:41: Also nicht nur diese Vielzahl an Bildern sondern wo ihr gesagt habt achten Okay, das wusste ich gar nicht mehr oder das habe ich so nie gesehen wie es da vielleicht jetzt rauskommt.

00:29:51: Also ich bin ja bei diesem Projekt insofern von Anfang an früh dabei gewesen als Mitlieferant von Fotos für das Team und die Jungs, die das Buch gemacht haben.

00:30:01: Da war ich eigentlich eher nur aufgrund dessen dass ich noch viele Fotos aus meiner Fan-Szene Zeit und meine eigene Graffitizeit hatte.

00:30:09: Da hab' ich zugeliefert sozusagen.

00:30:13: Da waren natürlich super viele Erkenntnisse für mich dabei, die ich vorher vielleicht nicht wusste.

00:30:18: Bilder die ich nie gesehen hatte oder Dinge von denen ich gehört hatte, die man aber nie so hundertprozentig sicher wusste.

00:30:24: zu der Zeit und das war ja das Spannende was wir dann auch mit der Compilation hatten.

00:30:27: als ich richtig aktiv dann mit dem Team dabei war ging es ja dann um die Compilation.

00:30:32: die Vinyl, die wir rausgebracht haben ist drei.

00:30:35: aber Vinyl Da war das auch super spannend, was wir da an Musik dann gefunden haben.

00:30:39: Im Prinzip war das glaube ich eine ganz ähnliche Parallele mit der Recherche, die wir dann entdeckt und selber gelernt haben.

00:30:47: Das war ja total spannend zu sehen.

00:30:49: Die und die Bands hießen früher anders oder haben damals schon mit dem und dem Sachen gemacht, die nicht auf den Zettel hatten.

00:30:56: Total spannende Recherchen gewesen!

00:30:59: Das ist ja ein ganz wichtiger Punkt, auch von diesem Projekt gewesen.

00:31:02: So haben wir es im Jahr auch gestartet, dass wir gesagt haben, wir wollen jetzt nicht einfach nur unsere Historie aufarbeiten – von neun und achtzig an oder von achtundachtzig an, sondern wir wollen mal gucken was war wirklich am Anfang also zu einer Zeit wo wir alle noch gar nicht dabei waren?

00:31:17: Wie ging das überhaupt hier los als die Breakdance-Welle aus Amerika hier rüber kamen und im Grunde erst ab dreiundachzig Hip Hop aus Amerika rüber schwappte aber auch zu.

00:31:27: derzeit War ja hier nicht nichts.

00:31:30: So, hier war ja auch irgendwas.

00:31:32: Pankraft für die politische Sprüche, auch irgendeine Musikszene und auf was für ein Nährboden ... und traf dann hier eben diese Hip-Hop-Welle.

00:31:40: Und wieso haben denn plötzlich irgendwelche Punker, jetzt plötzlich auch bunte New York inspirierte Graffitis gesprüht?

00:31:47: Also wie kam das alles?

00:31:49: Das war uns ganz wichtig, das mal wirklich nachzuzeichnen, obwohl die Leute, die wirklich erste Generationen sind, die die einundachtzig, zweieinachtzig schon gesprühen haben, die haben wir ja alle nie kennengelernt.

00:32:00: als selbst Leute von uns vielleicht sechsohnachtzig oder fünfundachtzlich schon angefangen haben aus New York Inspiriert Graffiti zu sprühen Hätten die schon aufgehört, weil das eine ganz andere Generation waren.

00:32:10: Das waren Leute, die waren ... die waren sechsundsechziger Jahrgänge zum Beispiel.

00:32:15: Die waren dann eben schon Mitte der Achtziger in einem Alter wo man dann mit der Schule fertig war und in den Beruf gewechselt ist, sonst schon aufgehört hatte.

00:32:24: Wie

00:32:24: hat denn diese Inspiration überhaupt stattgefunden?

00:32:26: durch New York?

00:32:27: Weil nochmal der Informationsaustausch war fast nicht gegeben.

00:32:32: also im musikalischen Bereich im Punk gab es dann immer Bootlegs und Kassetten wurden so weitergegeben.

00:32:37: da war jemand in London und hat dann auch seinen Diktiergerät nach oben gehalten.

00:32:42: und haben wir davor gesessen?

00:32:44: aber ich sag mal die Kraft der Bilder ist ja doch noch ein bisschen schwerer irgendwie zu übertragen.

00:32:49: Oder gab es dann Botschafter aus Hamburg, die auch mit ihrer kleinen Bildkamera durch New York gelaufen sind?

00:32:56: Nee.

00:32:56: Es ging ja eben auch mit Musik los und mit Tanz – also mit Breakdance.

00:33:00: Also die Breakdanceswelle kam hier rüber und wurde hier massiv durch die Bravo verstärkt.

00:33:06: Die

00:33:06: Bravo?!

00:33:07: Ja!

00:33:07: Die Bravo hat sozusagen massiv hier Breakdancing gefördert.

00:33:12: Das gab ungefähr ein Jahr lang, wo er gefühlt alle zwei Wochen in der Bravo einen Artikel über Breakdence oder Hip Hop war.

00:33:18: Erika eben.

00:33:19: Die Bravo hat damals die Breakdance Sensation deutsche Breakdanz-Meisterschaft ins Leben gerufen, dann gab es später von Coca Cola eine Breakdancesmeisterschaft als Konkurrenzveranstaltung.

00:33:29: das heißt Breakdence wurde massiv gepusht weil man das irgendwie... Das war ja ne Zeit wo auch Aerobic und Skateboarding und BMX also diese ganzen Trendfansportarten wie auch immer man sie bezeichnen will aus Amerika hier rübergekommen sind.

00:33:46: Und mit dem Tanz kam auch die Musik, Sugar Hill Gang hatte schon mit Rappers The Lighter ein Hit.

00:33:52: Das war ja die erste Platte, die überhaupt rausgekommen ist im Bereich Hip Hop.

00:33:57: Das heißt es gab dann auch Curtis Blow hier schon, Grandmaster Flash.

00:34:01: Dann kamen Mitte der achtziger Run Deem C. also das heißt die Musik die amerikanische Hip Hop Musik kam hier an und damit kam eben natürlich auch Graffiti Neben Breakdance, das was man natürlich selber auch machen konnte.

00:34:16: Du konntest ja nicht... ...fünfundachzig einfach mal dir als vierzehnjähriger irgendwie ein Rap-Song aufnehmen eigenen.

00:34:24: Er ist recht nicht auf Deutsch!

00:34:25: Das gab es ja damals auch gar.

00:34:26: Ich muss ja heute noch auf Englisch sein oder so.

00:34:27: Das war eine Riesenhürde, wer hatte schon die Technik?

00:34:29: Wer konntete schon irgendwie auf englisch den tolle Rebs schreiben und so?

00:34:34: Das war alles noch zu.. Nicht niedrigschwellig genug.

00:34:37: Graffiti und Breakdence ging.

00:34:40: Breakdents war ne im Grunde kommerziell gepushte Welle, die ganz schnell wieder abgeäbt ist.

00:34:46: Aber Graffiti ist geblieben.

00:34:48: Vielleicht noch als Ergänzung dazu eine unglaublich wichtige Rolle.

00:34:51: zur Verbreitung hatten wir glaube ich auch schon ein-zwei Mal angesprochen.

00:34:54: von all dem haben halt Filme gespielt.

00:34:56: also es gab den Film Wild Style ironischerweise mitfinanziert vom ZDF der hier in Deutschland und wahrscheinlich auch in ganz Europa wahrscheinlich sogar in der gesamten westlichen Welt damals Graffiti und Hip-Hop, aber insbesondere Graffiti verbreitet hat.

00:35:12: Dann gab es hinterher eine Dokumentation die hieß Style Wars.

00:35:15: da ging's ja nur um Graffiti in New York.

00:35:17: Die lief hier im NDR Fernsehen Und nicht zu vergessen natürlich Beat Street der Film Der wirklich im DDR Fernsehen lief was wir natürlich auch empfangen konnten.

00:35:28: also das war jetzt gar nicht so sehr gewitzelt was sie eben gesagt haben.

00:35:32: Und wegen Harry Berler-Fonte und Kubaner und so weiter lief der dann halt irgendwie das Kapitalismus unverdächtig auch in der DDR.

00:35:39: Diese Filme haben halt unglaublich viel in meiner Wahrnehmung, und jetzt im Rahmen der Recherche, wie wir gearbeitet haben an dem Buch zur Verbreitung des Ganzen beigebracht.

00:35:48: Ich meine Fernsehbilder zu dieser Zeit nicht zwar mächtiger, nichts hatte ich mehr... fesseln können, würde ich behaupten als halt im Fernsehen in Farbe so eine besprühte New Yorker U-Bahn zu sehen und dann die Typen, die die gesprüht haben darüber reden zu hören und dabei auch zu sehen usw.

00:36:04: Wie in Styleboss

00:36:05: zum Beispiel.

00:36:05: Und dann natürlich Musikfernsehen MTV.

00:36:08: Das kam ja später

00:36:09: Genau.

00:36:09: aber wo dann später die Hip Hopper ihre großen Willen gezeigt haben wie viel Schmuck sie haben wie viele Frauen Sie gleichzeitig haben können und so weiter.

00:36:19: Aber die Kunst selber brauchte dann noch ein paar Jahre und im Zweifelsfall brauchte es jemanden wie Benzi, der das zu einem weltweiten... Legalen Phänomen gemacht hat.

00:36:28: oder seht ihr das anders?

00:36:29: Nee, das sehe ich noch komplett anders.

00:36:32: Weil ja schon in den Frühen-Achzigern die New Yorker auch schon auf Leinwand gesprüht haben und also von den Zügen sozusagen... Also man muss bedenken, manche haben in den Sechzigtern angefangen, die haben die Siebziger gesprügt, hatten schon ihre tausend besprühten Züge und dann ging eben auch der in ihrem Leben sozusagen ein Step weiter und dann wurden Leinwände gesprült worden ausstellt.

00:36:56: Und dann gab es auch früh schon Galeristen in Europa, auch in München und Amsterdam.

00:37:00: Und so die eben auch die Amerikaner hier rübergebracht haben also Graffiti auf Leinwand im Kunstkontext hier auch präsentiert haben.

00:37:08: Das haben wir natürlich alles wahrgenommen und haben das dann langsam ab Anfang neunziger als Perspektive gesehen.

00:37:19: Das, was du jetzt mit Banksy meinst ist Street Art.

00:37:21: Es ist eben nicht Graffiti und es reicht nicht für die Writing.

00:37:24: Das ist im Grunde so ein neuer Trend dann gewesen der ab den Nullerjahren eigentlich erst wieder aufgekommen ist.

00:37:31: Jetzt kann man natürlich sagen Street Art gab's schon mit den Schablonen-Grafitis, mit den Pochoires in Paris oder auch hier haben Punks schon mit Schablonen gesprüht.

00:37:39: also das wäre sozusagen Street Art war's denn ab Nullern Jahre und da natürlich auch durch Banksy massiv etwas auch groß geworden ist, neben dem klassischen Graffiti-Writing.

00:37:53: Du hast aber schon sehr früh Kontakt zu Banksy gehabt in den Nullerjahren?

00:37:57: War das irgendwie absehbar dass der doch ein bisschen anders ist.

00:38:01: also diese ganze Strategie die dahinter steckt, diese vielen Geheimnisturtur rein, die da hinterstecken wir auch immer oder war er einer von vielen und ist dann aber irgendwann auf die richtige... ich weiß gar nicht was so das Werk von ihm war, was ihn dann so weltweite Anerkennung gebracht hat.

00:38:18: Also er war ein ganz klassischer Graffiti-Writer.

00:38:21: Das heißt, er kommt schon auch aus unserer Szene und hat dann aber eben früh mit Schablone angefangen zu sprühen und hat sozusagen sich auf diesen Bereich konzentriert – das war als wir ihn hier eingeladen hatten in Hamburg im Jahr zwei Tausend Zwei.

00:38:34: War das so, dass klar war, da ist jemand der macht ... Spezielle Sachen macht besondere Sachen, das hat schon einen Wert.

00:38:42: Den wollen wir unbedingt auch ausstellen.

00:38:44: Wir haben aus der ganzen Welt damals hier die Leute nach Hamburg geholt wo wir gemerkt haben so dass das aus Brasilien Aus Australien aus den USA wo man sagte die muss man hier auch mal zeigen.

00:38:54: Das ist einfach wichtig nicht nur für den internationalen Austausch innerhalb der Szene sondern einfach auch immer zu zeigen Dass das mittlerweile ein globales Phänomen geworden ist.

00:39:04: also da reden wir jetzt schon von von.

00:39:06: das war nach zwanzig Jahren so von Anfang bis irgendwie Nuller Jahre.

00:39:10: Da ist ja nicht nur in Deutschland wahnsinnig viel passiert, sondern Graffiti ist jetzt einmal komplett um Lobos gewandert und es gibt eben verschiedenste Strömungen gab dann eben auch gefühlt für uns neu, sozusagen Street Art und Leute die in die Richtung gegangen sind.

00:39:23: Grafikdesign, Webseiten alles wurde ja plötzlich digital.

00:39:27: Früher war alles noch analog und plötzlich gab es irgendwie das Internet und Digitalfotografie und Offset geprintete Magazine außer innerhalb der Szene und so.

00:39:38: Das war alles neu und spannend und das wollten wir zeigen und da durfte jemand wie Banks eben natürlich auch nicht fehlen.

00:39:44: aber danach ging's natürlich richtig steil nach oben bei ihm

00:39:48: Und damals gab es von ihm noch Bilder, die ein paar hundert Mark gekostet haben.

00:39:52: Das hat wahrscheinlich diverse Hamburgerinnen und Hamburger, die irgendwie mal an dem Wochenende darum gelungen sind halb gelangenweit.

00:39:59: Es gibt hier diese wunderbaren Aufnahmen aus dem Central Park, als Banksy in New York war und dort drei Wochen lang jeden Tag eine Aktion gemacht hat.

00:40:07: da wurden ja auch für ein paar hundert Dollar damals war er schon im ganz anderen Sphären anonym Bilder verkauft und ich finde es immer wieder faszinierend wie gelangweilt die Leute da diese Bilder kaufen weil sie halt nicht wissen Wessenbilder sie kaufen.

00:40:21: Damals wusste man das auch nicht aber das hat doch einige Leute zu einem guten Vermögen gebracht wahrscheinlich

00:40:27: Wirklicherweise ja.

00:40:29: Ich weiß noch, ich hatte überlegt mir ein Bild zu kaufen von Banksy auf der besagten Ausstellung two-thousand zwei weil ich es einfach geil fand.

00:40:39: Also ich fand diese Motive cool und habe da jetzt nicht weiter darüber nachgedacht was daraus werden könnte.

00:40:43: Ich glaube ich bin sogar schon los und hab die zweieinhalbzig Euro abgehoben vom Automaten.

00:40:48: Du meintest auch zu mir du musst das heute kaufen.

00:40:50: morgen kommen hier Engländer her und dann ist vielleicht nichts mehr zu kaufen übrig.

00:40:56: Und dann habe ich mich aber doch dagegen entschieden, diese Line mal zu kaufen.

00:40:59: Ich hab halt einfach diese Bildbände, die es von ihm gab so kleine, so Pixie...

00:41:02: Empfindest du das als einen der größeren Fehler in deinem Leben?

00:41:07: Ja!

00:41:07: Also ich hätt's mir einfach unglaublich gerne aufgehängt und guck mir das gestehe ich bis heute gerne an was er macht.

00:41:13: also jetzt so das ganze Gesappel in den Medien hin oder her.

00:41:17: Ich schau mir das schon nach wie vor gerne an und ich glaube ich hätte sehr viel Freude an so einem Bild gehabt.

00:41:22: Und dann hast du später dich entschieden, doch in Bitcoins zu investieren.

00:41:26: Oliver was ist mit dir?

00:41:27: Du hast auf Banksy gar nicht geachtet.

00:41:29: damals, so war es gar nicht da.

00:41:32: Damals... Also ich habe mich ja relativ bald aus der Graffiti-Szene entfernt quasi und bin dann in der Musiksparte gelandet.

00:41:41: Ich glaube, dass wir ein bisschen mitbekommen und so aber bin ganz ehrlich hat mich nicht interessiert.

00:41:46: Eine große Diskussion in den letzten Monaten ist ja, dass schon seit Jahrzehnten gerezelt wird.

00:41:51: Wer ist dieser Mann?

00:41:52: Dieser Banksy?

00:41:52: Es gab jetzt Recherchen die vermuten das man jetzt weiß wer es ist.

00:41:57: Mir ist es ehrlich gesagt völlig egal.

00:41:59: ich kam mir ein bisschen vor wie damals bei Twin Peaks wo ich jede Woche vor gesessen habe und ich glaube es lief auf RTL zwei uns hat eins um die Bildzeitung dann irgendwann das Rätsel gelöst haben und es fühlte sich irgendwie furchtbar.

00:42:11: und deswegen ist es mir völlig egal Mirko, wann bist du denn aus der Anonymität hervorgestiegen?

00:42:18: Also du warst ja daim

00:42:20: und

00:42:21: seit wann gibt es diesen Zusammenhang sozusagen.

00:42:25: Also bei mir persönlich, und das ist ja schon ein bisschen speziellerer Werdegang war es so dass ich mit siebzehn Jahren angefangen habe zu sprühen natürlich auch nachts aber bin dann eben so schnell erwischt worden.

00:42:37: Hab dann die ersten legalen Sachen als Aufträge sozusagen gemacht.

00:42:42: bei uns an der Schule am Haus der Jugend weil wir eben erwiszt worden sind gab's gleich mein Kunstlehrer da gesagt hat hey da müssen wir noch was machen jetzt müssen wir ein bisschen fördern.

00:42:51: Ich war ja noch Schüler Mein Vater ist auch Lehrer gewesen anderen Schule.

00:42:55: Der hat uns sofort an der Schule noch einen Auftrag besorgt, sozusagen große Arbeiten die dann in der Pausenhalle dann auch Jahrzehnte hingen.

00:43:02: und so bin ich dann relativ schnell zum Legalen aber eben auch schon zu auf.

00:43:08: Arbeiten gekommen.

00:43:10: Hab dann auch ganz früh schnell auf Leinwand angefangen zu sprühen und als ich einundneunzig mein Abitur in der Tasche hatte, konnte ich vom Sprüh schon leben.

00:43:18: Einundneinzig schon mal eine erste Galerieausstellung gehabt.

00:43:20: also das ging wahnsinnig schnell.

00:43:22: Ich leb mein Leben lang schon vom Graffiti-Sprün.

00:43:24: Das ist aber kein klassischer Werdegang.

00:43:27: Dennis raus aus der Illegalität rein in die Museen, in die Kommerzialität Ist es irgendwie auch ein bisschen langweilig, wenn das nicht mehr gefährlich oder wenn es nicht mehr so ist dass man Leuten überhaupt erst mal erklären muss was man da tut weil es alle wissen?

00:43:45: Also ich selber habe das ja so jetzt nicht praktiziert, sondern nur beobachtet.

00:43:50: Aber

00:43:50: es ist auch mit der Musik so?

00:43:52: Also Hip-Hop ist eine ganz normale mainstreamige Musiksorte.

00:43:56: Es ist ein bisschen zweischneidig wie vorhin auch schon.

00:43:59: also zum einen würde ich sagen so dass mit Erfolg kommerziellem Erfolg und eben dann auch zum Beispiel in der Musik der Major-Plattenvertrag usw.

00:44:09: eine Form von Genugtuung aufkam, weil man halt auch vieles von dem was vorher gerade so Pop-Rap mäßig erfolgreich war ja auch scheiße fand!

00:44:20: Und es insofern einfach sehr befriedigend war wenn aus der Hip Hop Perspektive der echte Scheiß denn auch mal gesendet werden konnte, die Flagge hissen konnte usw.. Und das gleiche würde ich jetzt sagen, könnte man jetzt auch aufs Graffiti vielleicht übertragen.

00:44:34: Wenn halt so Leute die aus der Graffiti-Szene kommen dann in Galerien ausstellen, in Museen gezeigt werden und so... Da mag das denn vielleicht auch gelten?

00:44:45: Gleichzeitig ist es aber auch so natürlich geht ein bisschen von diesem Abenteuer, dieser Spannung von dem Reiz und auch dieses ganze subkulturelle Verlohren könnte man sagen.

00:44:56: Also insofern ist das so ein zweischneidiges Schwert aus meiner Perspektive, ich kann auch beide Perspektiven verstehen also ich finde beide haben da irgendwie recht.

00:45:05: Ja Oliver wie ist es denn

00:45:07: nur?

00:45:08: Herausforderungen gibt's ja heutzutage trotzdem noch reichlich auf wenn man sich nicht mehr im illegalen im unbekannten wir auch immer bewegt.

00:45:15: Wie ist das denn heute so?

00:45:17: als Produzent

00:45:19: Als Musikproduzent?

00:45:20: Aber das musst du Musikproduzenten fragen.

00:45:24: Du bist also der Produzent im Sinne von, du vertreibst es uns weiter?

00:45:29: Genau über die Label, die ich mache.

00:45:31: Die Labelerbeit, ja genau.

00:45:35: Spannend war auf jeden Fall eine ganz krasse Herausforderung und die Compilation, die wir gemacht haben.

00:45:39: Das Dreifachvinül, eine Stadt wird bunt.

00:45:42: Wie schon sagte mit der Recherche Und den ganzen Spektrum, was wir dann eben überlegt haben mit dem Booklet.

00:45:48: Was Dennis geschrieben hat aufhändig hundert Seiten drin und die ganze Bilderecherche.

00:45:52: das war eine krasse Herausforderung und ja total spannend zu sehen diese Entwicklung und dass so nach so vielen Jahren zu dokumentieren, dokumentieren zu dürfen und am Ende auch noch in Form der Jam umsetzen zu dürfen, die wir dann auch noch im Markt alle gemacht haben wo wir ganz viele Artists aus der alten Zeit wirklich überzeugen konnten aufzutreten nochmal Nach soviel jahren Easy Business zum Beispiel Freißichahre nicht auf der Bühne standen oder wie wir selber sind in den Nord nach so vielen Jahren wieder auf das Stage zu sein.

00:46:19: In der Markthalle ist total krass, also bin schon dankbar über dass ich da ein Teil sein durfte und dass wir das so stark dokumentieren durften.

00:46:26: Also

00:46:28: super Zeit gewesen!

00:46:30: Ungeachtet, ob Hamburg besser oder schlechter ist als andere Städte.

00:46:33: Ist das was ihr hier geschaffen habt nur in Hamburg möglich gewesen?

00:46:36: Wie gut war Hamburg für euch dass also so viel auch im undentdeckten noch passieren konnte?

00:46:42: Also nicht nur durch das gut funktionierende S-Bahn Netz!

00:46:46: Ich glaube, dass das in vielen anderen Städten auch möglich ist.

00:46:50: Aber wir haben hier tatsächlich so ein paar Vorteile gehabt.

00:46:53: Das es einmal, dass die Stadt nicht zu groß ist, dass sich das alles zerfasert oder jetzt mit Berlin natürlich eine Historie mit Ost und Westberlin sehr kompliziert macht.

00:47:02: Eine Stadt wie Paris oder London oder New York kann man eigentlich sagen schon fast zu groß um einen gesamtstädtischen Projekt zu machen.

00:47:11: Da konzentriert man sich vielleicht auf bestimmte Viertel oder Gegenden.

00:47:15: In Hamburg haben wir aber auch den riesen Vorteil gehabt, dass obwohl wir hier auch in verschiedenen Vierteln verschiedene Szenen hatten es immer wieder Orte gab wo man sich kennengelernt hatte.

00:47:24: Wo man mal zusammen abhängen, wo man Stadtteil übergreifend dann auch Dinge zusammen gemacht hat.

00:47:29: Das Ahoi in der Hafenstraße mal als Beispiel eben ein ganz wichtiger Treffpunkt, wo wir in den Neunzigern, wo die gesamte Hip-Hop-Szene der Neunziger zusammengekommen ist.

00:47:38: Der Jungfernstieg Corner, wo damals am Alsteranleger direkt am Jungfern stieg sich auch die Ende der achtziger Jahre Szene auch so formiert hat und man dadurch diese alten Connection noch hatte.

00:47:48: und selbst wenn man mal Stress untereinander hatte gab es eben doch immer Leute, miteinander verbunden waren und wo man Dinge auch klären konnte.

00:47:57: Das macht glaube ich dieses Projekt schon besonders... Dass wir dann aber natürlich hier auch ein Museum, das museumfarmusche Geschichte was ja auch das größte städtische Museum ist.

00:48:07: Dafür sofort gewinnen konnten es auch nicht selbstverständlich.

00:48:10: da braucht man natürlich auch die richtigen Institutionen die sagen sie unterstützen und fördern dass wir so viele Leute innerhalb der Szene hatten die gesagt haben wir machen beim Crowdfunding mit und finanzieren das Buch mit und glauben an so einen Projekt unterstützen.

00:48:24: Ohne die wäre es ja auch nicht möglich gewesen, genau wie bei der Platte oder bei der Jam.

00:48:27: Also genau was du eben sagst Oli dass jetzt die alten Leute nach dreißig Jahren überhaupt wieder bereit sind auf die Bühne zu gehen und so das feiere ich hier wirklich.

00:48:36: Hamburg ist da schon wirklich eine große Stadt aber natürlich wird das auch in anderen Städten möglich sein.

00:48:42: Oli war was vermisst du denn am meisten wenn du jetzt so durch dieses Buch blätterst sozusagen?

00:48:50: Nicht mehr zurückruhbar ist also nicht nur die eigene jugend sondern bestimmte umstände flecht irgendein club und es gibt ja immer noch Aber

00:49:00: alles hatte so seine zeit.

00:49:01: das

00:49:02: klingt sehr vernünftig.

00:49:04: Ja, ich vermisse kein club oder also ich sehe das schon.

00:49:10: Also dass die zeit war super hat Spaß gemacht und bin happy, dass ich das miterleben durfte auch über so lange Jahre und so früh schon dabei war.

00:49:20: Und dass alles aktiv auch mitgestalten konnte – natürlich nur ein bisschen aber mein Beitrag geleistet habe immerhin – vermissen in dem Sinn natürlich dann nichts.

00:49:30: Also es war eine schöne Zeit und es geht weiter.

00:49:34: Da muss ich nochmal einmal ganz kurz eingerichtet schon mal, bevor das hier losging.

00:49:41: Wir konzentrieren uns natürlich sehr auf die positiven Dinge so.

00:49:44: aber es gab natürlich auch Stress und es gab auch schwierige Situationen und es gibt Streit und es wurde auch ein Messer gezückt Und es gab ja auch wahnsinnig viel Energie in dieser Szene.

00:49:56: Also wir reden von Pubertirner-Energie, heute würde man eben erlebnisorientierte Jugendliche sagen die da sehr aktiv waren und da gibt's Zichtbeispiele von Heimkindern, von Crashkits und natürlich von Taggarn, von Bombaren, von Writern... verschiedensten Musikern, Musikrichtungen.

00:50:15: Dann die Dogme in dieser Szene.

00:50:17: du darfst aber nur das und das muss aber so und so sein und Du musst auch so sprühen wie der und er schon gesprüht hat oder auf Deutsch rappen das geht ja gar nicht Das muss ja auf Englisch sein.

00:50:28: also all das gab es ja auch.

00:50:30: Dadurch denke ich auch manchmal so, es war wirklich eine geile Zeit.

00:50:33: Aber man ist auch froh dass man diesen ersten Stress irgendwie auch hinter sich gehabt hat.

00:50:38: und heute darf ich auch Klebeband beim Sprühen benutzen Und muss das nicht alles freihandt machen?

00:50:43: Weil früher wärst du dafür gesteinigt worden.

00:50:45: Es gab bei Mirko Du hast mal so ein Bild, so einen Mosaik Hast du das glaube ich genannt an Akila Straße.

00:50:50: Da hat sich die Szene damals Das Maul heißt geredet Dass der Daim da mit einem Overhead-Trojektor das Bild an die Wand geworfen hätte War's

00:50:58: aber nicht

00:51:00: nicht möglich.

00:51:00: Also das muss man sehen, den kann man sich das vorstellen ist halt wirklich so wie ein Mosaik mit diesen ganzen verschiedenen kleinen Kästchen auf Backstein und so weiter.

00:51:10: Ganz krasse Arbeit!

00:51:11: Und wie gesagt es gab Missgunz, es gab Gesabbel

00:51:14: usw.,

00:51:15: dass wie Mirko eben schon gesagt hat wir erinnern uns ja natürlich vor allem an die schönen Dinge aber es war nicht immer alles nur schön

00:51:21: wenn man euch dreien unterstellt dass ihr schon ein sehr gutes Gefühl für Zeitgeist zumindest mal hattet.

00:51:29: Welche aktuelle Entwicklung würdet ihr denn möglicherweise in zwanzig Jahren, wenn nicht selber aber anderen empfehlen auch ein Buch oder eine Ausstellung oder wie auch immer Münden zu lassen?

00:51:41: Also wenn ich den Anfang machen darf vielleicht die Ich nenn's jetzt einfach mal Demokratisierung des Musikmachens, ist glaube ich eine interessante Sache.

00:51:50: Liegt jetzt auch schon ein bisschen zurück.

00:51:51: wir sind da schon längst drin angekommen.

00:51:53: aber wenn man so aus dieser Zeit kommt in der man halt schon irgendwie echt für viel Geld, Equipment brauchte oder sich wie viel Geld in einen Studio einmieten musste um irgendwie mal ein Song... Auch ein Rap-Song aufnehmen zu können in sehr guter Qualität.

00:52:08: Heute alles ja irgendwie anders.

00:52:09: heute kann jeder mit seinem Laptop im Schlafzimmer im Grunde paar Boxen und einem Audiointerface ziemlich geile Sachen machen.

00:52:17: Und vielleicht ist das so ein Weg, den man mal nachzeichnen kann um irgendwie so zu zeigen weil ja dann dadurch auch die Mittel des Musikmachens anders geworden sind.

00:52:26: also du kannst ja heute brauchst ja theoretisch überhaupt keinen mehr der irgendeinen Instrument spielen kann.

00:52:31: wenn ihr so ein gewisses technisches Verständnis hast kannst du glaube ich schon ziemlich gute Sachen machen und dass man so alles irgendwie aufzudröseln könnte ich mir als ganz interessantes Projekt vorstellen.

00:52:41: Auch Genre unabhängig sogar, also das Trip betrifft ja sicherlich nicht nur Hip-Hop sondern auch jede Spielform von elektronischer Musik und so weiter.

00:52:49: Um da einmal kurz einzugregen?

00:52:50: Ich glaube auch dass es super spannend ist aber es hat sich dadurch nie eine Szene gebildet.

00:52:55: man würde nicht sagen.

00:52:57: Und da frage ich mich tatsächlich was kann da überhaupt noch kommen was sowas wie die Graffiti wie die Hip-Hop Szene irgendwie noch toppen kann.

00:53:06: Also wir hatten die Rock'n Roller, wir hatten Punk Wir hatten Hip Hop.

00:53:11: Was kann da noch kommen?

00:53:13: Was nochmal so einen globalen Impact und so ein krasses Netzwerk So eine Szenestruktur Dass das nochmal so entstehen kann?

00:53:22: Ja,

00:53:23: jetzt auch nichts einfallen.

00:53:24: Ich fand heute nur was ich gerade gesagt habe ist einfach so ein interessantes Phänomen.

00:53:27: Aber dieses Szene-Ding hat sich immer weiter aufgedröselt.

00:53:32: Also die Bubbles werden dann irgendwie kleiner... Es gibt ja die Abgrenzung

00:53:35: gar nicht mehr so richtig?

00:53:36: Auf der anderen Seite genau!

00:53:38: Wahrscheinlich

00:53:38: würden jetzt heute Punks auch Hip Hop Musik hören und Hip Hopper würden möglicherweise auch super Achtfilme machen oder was auch immer.

00:53:48: Oliver hast du eine Idee?

00:53:52: Ich weiß nur, ich bin ja mittlerweile ein bisschen in der elektronischen Musikwelt gelandet.

00:53:56: Da gibt es schon innerhalb der elektrischen Musik ganz viele verschiedene Subgenres und Stiles.

00:54:01: Also wenn jemand außen steht und sagt er hört irgendwie Techno oder macht Techno ist Techno nicht Techno sondern es gibt dann eben Haarzahl.

00:54:08: Es gibt Melodik Techno mit einer eigenen Szene Es gibt die Berlin Minimalschrans alle möglichen Subgenre so.

00:54:15: Und da heißt es nicht so dass jeder Jetzt sag ich mal, Haus hört oder auflegt dann auch Hartzahl gut findet.

00:54:22: Sondern das sind also für jemanden der Außenstehens sagt ja Haus und Techno.

00:54:25: Das ist aber es ist ein alles komplett eigene Subwelten.

00:54:29: Und da ist es schon interessant zu sehen dass sich das total aufgesplittet hat.

00:54:34: Mirko wie sehr bist du denn der Musik noch verbunden?

00:54:37: Beim Produzieren beim Gestalten oder Vorbereiten?

00:54:42: Ist Musik da noch wichtig oder probierst Du in aller Stille?

00:54:47: Ja also Ich höre viel Musik beim Malen selber im Atelier.

00:54:52: Auf jeden Fall draußen in der Wand nicht, da müsste ich den Kopfhörer aufhaben das würde mich stressen.

00:54:56: aber wenn ich so im Atelier arbeite höre ich gerne und viel Musik dann auch deutschen Hip-Hop aber auch sehr breit gefächert Wenn ich am Rechner sitze und da passiert bei mir eher der kreative Prozess also Vielleicht eine Bleichschiff Skizze, aber arbeite sie dann am Computer auch weiter aus um sozusagen für eine große Wandproduktion etwas zu planen.

00:55:16: Da höre ich ganz oft überhaupt gar keine Musik oder wenn dann nur Instrumentals weil mich dann Rap tatsächlich ablenkt.

00:55:24: Aber ich finde es wahnsinnig spannend wie breit gefächert das heutzutage alles ist und höre auch gerne ja auch junge Rapper.

00:55:33: Aber du

00:55:34: bleibst schon in dem Genre

00:55:36: Nee, nicht nur.

00:55:37: Ich

00:55:37: höre auch Elektronik

00:55:39: und ... Klassik tatsächlich wenig, obwohl ich mit Klassick groß geworden bin.

00:55:43: Aber nee das jetzt tatsächlich nicht.

00:55:45: aber ich höre auf jeden Fall auch mal sozusagen die alten Songs mal wieder, die man früher dann irgendwie auf Platte Diastrates als Beispiel Pink Floyd, weil ich auch gerne die Classics aber eben bleibt da jetzt nicht im Old School Rap hängen oder so.

00:55:59: Ich find's spannend was da alles passiert ist.

00:56:02: Bin offen auch fast Graffiti und Street Art angeht und so, also ich finde es schon toll wie groß und breit das alles geworden ist.

00:56:09: Das konnte man sich ja damals nicht vorstellen und irgendwie hat man sich das aber auch gewünscht.

00:56:12: Also man hat ja immer gedacht... Man hat geglaubt an das was man da gemacht hat dass das etwas Gutes Positives ist und man will das auch in die Welt hinaus tragen und man möchte ja auch gerne dass man damit Leute erreichten, dass sie das auch gut finden, das war schon der Anspruch!

00:56:26: Und jetzt sieht man ja, dass das auch geklappt hat.

00:56:28: Das war auch nicht immer klar.

00:56:30: Es gab auch Zeiten wo wir dachten, ey Scheiße, das wird nie was.

00:56:35: Und dann ist jetzt heute aber natürlich wieder oben.

00:56:38: das andere Problem.

00:56:38: Es ist so groß geworden und es ist so populär geworden, dass ja gefühlt sowieso jeder... Heute irgendwie schon mal eine Dose in der Hand hatte oder irgendwie Hip-Hop sowieso hört und jeder Turnschuhe an hat und Hoodies und so.

00:56:51: Also ich meine, das war alles ... Das war unser Markenzeichen und das wird dadurch natürlich auch dann etwas über ... also die Übersichtlichkeit verliert man da und man könnte natürlich auch sagen, es wird ein bisschen beliebig

00:57:02: Eine Stadt wird bunt.

00:57:03: Mit dem jetzt erschienenen Buch, ist das dann tatsächlich der Abschluss?

00:57:07: Oder gibt es vielleicht doch noch mal ein Event oder in zehn Jahren irgendwas?

00:57:12: Oder kommt das in euren Gedanken gar nicht vor?

00:57:14: Schauen wir mal rüber!

00:57:16: Bleibt spannend... Also klar, es ist so ein Abschluss.

00:57:20: Deswegen haben die Jungs ja das Flashback-Book jetzt gemacht aber Wir schauen immer.

00:57:26: also

00:57:28: Es

00:57:28: bleibt dynamisch und könnte vielleicht noch spannend bleiben.

00:57:33: Man weiß es nicht.

00:57:34: Wir wollen da keine Türen zumachen, das ist uns ganz wichtig.

00:57:36: also wir bringen ja jetzt nach zehn Jahren nochmal ein Buch raus Flashback was diese zehn Jahre dokumentiert was sozusagen hervorragend eignet um irgendwie auch zu sagen so diese zehn jahre sind jetzt ein abgeschlossenes Kapitel.

00:57:49: Das ist ja auch so.

00:57:50: aber es wäre quatscht zu sagen irgendwie nie wieder.

00:57:53: wenn da noch mal etwas kommt dann sind wir da auch bereit.

00:57:57: Das waren Dennis, Oliver und Mirko.

00:58:00: Und wir haben eine Stunde lang über die Bundesstadt Hamburg gesprochen.

00:58:05: Über Hip-Hop, über Street Art usw.

00:58:07: Es hat mir sehr viel Freude bereitet.

00:58:09: Vielen Dank für eure Einblicke in die Achtziger und Neunziger.

00:58:13: Alles was danach noch kamen, ich sage herzlichen Dank und ahoi!

00:58:24: Danke dir.

00:58:25: Ahoi.

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