Bühne frei – Theater, Stadt und Zukunft

Shownotes

Bühne frei: Diese Folge widmet sich der Frage, welche Rolle Theater heute für eine Stadt wie Hamburg spielt. Theater ist Begegnung, Streit, Unterhaltung, Experiment und manchmal ein Ort, an dem gesellschaftliche Debatten früher sichtbar werden als anderswo. Darüber spricht Lars Meier mit drei Gästen, die Hamburgs Bühnen aus sehr unterschiedlichen Perspektiven prägen: Amelie Deuflhard, Intendantin von Kampnagel, Daniel Schütter, Intendant des Ernst Deutsch Theaters, und dem Schauspieler Enrique Fiß.

Im Gespräch geht es um Theater als lokalen Erfahrungsraum, um neue Publika, junge Zielgruppen, Diversität, Kulturförderung und die Frage, wie Bühnen Menschen zusammenbringen können, die sich im Alltag selten begegnen. Amelie Deuflhard spricht über Kampnagel als offenen Ort für unterschiedliche Stadtgesellschaften und die anstehende Erweiterung des Hauses. Daniel Schütter erzählt vom frischen Wind am Ernst Deutsch Theater und davon, warum Kultur kein Generationskampf sein sollte. Enrique Fiß berichtet von seiner Rückkehr nach Hamburg, von Aufbruchsstimmung in der Stadt und davon, warum Schauspiel für ihn trotz aller Unsicherheiten der schönste Beruf der Welt bleibt.

Aufgenommen wurde diese Folge auf Kampnagel und präsentiert wie immer von HVV Switch, der besten App fürs Mobilbleiben in Hamburg.

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00:00:00: Hier sitzt die Kultur der Stadt zusammen.

00:00:03: Der Kaltscher Club.

00:00:05: Fragen

00:00:05: an die Kultur und

00:00:07: Antworten der

00:00:08: Macher, nur im Ahoi-Kaltscherklapp.

00:00:11: Bühne frei!

00:00:12: Der Juni steht bei uns ganz im Zeichen des Theaters und erfrage welche Rolle Bühnen heute für eine Stadt wie Hamburg spielen?

00:00:19: Theater ist Begegnungsstreit Unterhaltung Experiment Und manchmal auch ein Ort, an dem gesellschaftliche Debatten früher sichtbar werden als anderswo.

00:00:28: Darüber sprechen wir heute mit drei Menschen, die hinter und auf der Bühne aktiv sind.

00:00:32: Amelie Deufelhardt Intendantin von Kampnagel Daniel Schütter Intendantes Ernst-Deutsch-Theaters Und dem Schauspieler Enrique Fiss.

00:00:40: Aufgenommen wird diese Folge auf Kampnnagel und präsentiert wie immer von HVV Switch Der besten App fürs Mobilbleiben in Hamburg.

00:00:50: Liebe Abelli, du wurdest in Stuttgart von der Schweiz geboren.

00:00:53: Du hast den Frankfurt-Tübing und Montpellier studiert und warst viele Jahre in Berlin tätig.

00:00:58: Seit dem Jahr ist das Haus der wichtigsten europäischen Produktionsorte für zeitgenössische Darstände Kunst entwickelt.

00:01:08: In den kommenden Jahren steht Kampenagel vor einer umfassenden Sanierung und Erweiterung bei laufendem Betrieb.

00:01:16: Du leitest das jetzt hier seit zwei Jahrzehnten fast, wenn wir dieses halbe Jahr noch mal überspringen.

00:01:21: Was hat sich denn in dieser Zeit am stärksten verändert?

00:01:24: Das Publikum die Künstlerin oder die

00:01:27: Stadt?

00:01:30: Also ich leite es übrigens seit neunzehn Jahren also kommt noch ein ganzes Jahr bis es zwanzig sind.

00:01:38: Ich würde sagen hat sich natürlich alles verändert in zwanzigeren das publikum am meisten.

00:01:45: Erstens weil es viel größer geworden ist und zweitens, weil sehr viel diverser geworden sind.

00:01:52: Wir versuchen ja eine absolute Vision vom Publikum wäre das ist die Stadtgesellschaft repräsentiert.

00:02:00: in all ihrer Diversität haben wir natürlich auch noch nicht erreicht wie glaube ich alle anderen Kulturinstitutionen auch aber wir sind auf jeden Fall da auf einem guten Weg dahin.

00:02:10: Die stattfindig hat sich auch verändert.

00:02:16: Ich weiß noch, wie wir hier angefangen haben.

00:02:19: Da war mein damaliger Sommerfestwildirektor Matthias von Harz in einem Interview.

00:02:24: Damit hat er sich auch richtig unbeliebt gemacht und gesagt Hamburg ist keine Kulturstadt.

00:02:29: Und ich habe das zwar niemals bestätigt und fand es nicht in der Radikalität.

00:02:35: Aber heute beneidet uns ja die ganze Republik um die Offenheit gegenüber Kultur, um die Kulturförderung, um unsere Kunstlandschaft und unseren Kulturszenator.

00:02:46: Und insofern würde ich sagen ganz gesichert kann man heute sagen Hamburg ist eine Kulturstadt.

00:02:52: Wir kommen zu.

00:02:53: Daniel Schütter du wurdest in Hamburg geboren hast in deiner Heimatstadt Schauspiel studiert und warst zunächst auch als Musiker unterwegs.

00:03:00: seit vielen Jahren stehst du auf Theaterbühnen arbeitest als Schauspieler Synchronsprecher und Regisseur.

00:03:06: Seit der Spielzeit, zwei Tausend, zwanzig, sechsundzwanzig leitest du gemeinsam mit Ailer Jegenar als Doppelspitze das Ernst-Deutsch-Theater.

00:03:14: Du hast das Ernste Deutsch-Theathe aus sehr vielen Perspektiven erlebt?

00:03:17: Als Familiengeschichte, als Schauspieler und jetzt als Intendant.

00:03:21: Wie hat sich dein Blick auf das Haus verändert in dem Moment wo du an der Spitze gestanden hast?

00:03:28: Also erst mal... An der Spitzen stehen gefällt mir schonmal nicht!

00:03:34: Ich bin kein Freund von harten Hierarchien Aber ich glaube gar nicht doll, sondern es war immer ein Ort wo ich mit anderen gemeinsam Kunst gemacht habe und das ist jetzt auch.

00:03:49: Es ist ein Ort, wo wir gemeinsam Kunst machen.

00:03:51: Aufgabenfelder haben sich verändert, Verantwortlichkeiten haben sich verändert aber an sich ist das ans Deutsche Theater immer ein ort gewesen an dem man sehr offen, sehr freundlich und sehr zugewandt miteinander Kunst gemacht hat.

00:04:07: Und es haben sich sicherlich Arten und Weisen und wie sich die Kunst anfühlt oder hat sich verändert im letzten Jahr sicherlich.

00:04:15: aber diese Offenheit, diese Freundlichkeit versuchen wir weiterzutragen und weiterzu fördern.

00:04:23: Insofern mir macht's immer noch genauso Spaß als ich mit acht da glaube ich das erste Mal auf der Bühne stand.

00:04:31: Sehr schön, Enrique Fiss.

00:04:32: Du wurdest in Hamburg in der Jahre und hast schon als Kind Theatererfahrung gesammelt unter anderem in der Jugendsparte des Ernst-Deutsch-Theaters.

00:04:40: Später hast du in Wien Schauspiel studiert, Standes auf Bühnen in Deutschland und Österreich und bis seit einigen Jahren verstärkt im Film und Fernsehen zu sehen.

00:04:48: Zuletzt hast du mit der Drache auf der Bühne des Ernest-Deutes-Theaters gestanden!

00:04:54: Du hast dein Bühnendebü aber auch am Ernstdeutscheater gegeben.

00:04:59: Wie war das für dich jetzt als Drache da zu stehen, als schon etablierter Schauspieler?

00:05:04: Blickt man dann kurz zurück und sieht sich da als Jugendlicher sozusagen.

00:05:08: Ich

00:05:08: war nicht der Drache, ich war der Bürgermeister.

00:05:11: Ja

00:05:11: ja du warst der Bürgrermeister!

00:05:12: Also dass wir das nochmal festhalten.

00:05:16: Genau meinen Bühnendebüt am Ernst-Deutsch-Härter im Plattform-Jugendclub mit dreizehn Jahren, der damals ab sechszehn war – und ich habe gesagt, ich bin sechszehnt, obwohl ich erst dreizehnt war – so fing das alles an mit was ihr wollt.

00:05:29: Wie lange ist das dann jetzt her?

00:05:30: Knapp zwanzig Jahre.

00:05:32: Wieder da zu sein, war auf der einen Seite.

00:05:34: als wir es erste Mal wieder im Theater waren, war das krass!

00:05:36: Weil das hinten immer noch ein bisschen... Ich hatte das noch so in leichter Erinnerung wie das so hinter der Bühne aussieht und ich glaube aber so'n bisschen hat sich da schon sehr viel verändert.

00:05:46: also ich hab... Das war mega toll.

00:05:48: Daniel und ich kennen uns jetzt seit Sehr, sehr lange Zeit schon.

00:05:51: Seit

00:05:51: zwanzig Jahren.

00:05:53: Und das hat immer mal so die Frage klappt sondern hat es immer nicht geklappt?

00:05:56: und jetzt hast du geklappt um wieder da zu sein und ich finde schon dass man ganz doll merkt ist da ein ja vielleicht so wie du sagst immer noch ein freundlicher Ton herrscht auf jeden Fall aber auch ein frischer Wind weht.

00:06:06: also.

00:06:07: für mich war es das erste Mal nach langer zeit mal wieder so einen Klassisches Stück, wo ich wusste, ich habe die und die Szenen, die ich spiele.

00:06:13: Und dazwischen gehe ich ab!

00:06:15: Ich hatte das irgendwie lange nicht mehr, sonst war es immer so Stückentwicklung oder man war irgendwie ... Die ganze Zeit waren alle alle.

00:06:20: So ein bisschen... Jetzt hatte ich eine klare Rolle in der Bürgermeister- und war sehr erstaunt dann doch wie wild das Ganze geworden ist?

00:06:28: Die ganze Inszenierung, die Probenarbeit schon also genau.

00:06:32: Und was für einen ja Specialmärchen wieder hingezaubert haben glaube ich.

00:06:40: Amelie hat gerade schon vorweggenommen.

00:06:42: Hamburg ist Kulturstadt, vor einigen Tagen hat die Stadt Hamburg entschieden dass sie keine Sport zumindest keine Olympia statt sein will.

00:06:51: Ist das jetzt eine Chance für die Kulturstadt noch mehr zu wachsen oder hättet ihr euch das vielleicht auch ein bisschen gewünscht weil noch mehr internationales renomä in die Stadt gekommen wäre?

00:07:01: Oder wie auch immer Daniel?

00:07:05: also Ich muss ganz ehrlich sagen, ich habe überhaupt keine Meinung zu Olympia.

00:07:10: Es ist einfach... ...ich bin nicht sonderlich sportinteressiert und ich äußer mich gerne zu Sachen von denen ich Ahnung hab' und halt die Klappe wenn ich keiner hab'.

00:07:20: Insofern kann ich dazu nicht viel sagen.

00:07:22: Ich weiß immer nicht was Theater betrifft wieviel wir als, also ich glaube Kampfnage geht das nochmal anders als uns als Sprechtheater, also reines Sprechteater Tourismus, internationalen Tourismus betrifft.

00:07:38: Ich habe nicht das Gefühl dass jetzt so viel internationaler Tourismus in unser Haus kommt.

00:07:46: Aber ich hoffe, dass man sich überlegt wenn man Geld einsetzen kann wäre die Kultur doch ein guter Ort.

00:07:55: Amelie, wenn du sagst auf jeden Fall sind wir Kulturstadt was sind wir denn noch?

00:07:59: Also es buhlen ja mehrere Disziplinen quasi um einen Titel, dass man die Stadt für dieses oder jenes ist.

00:08:06: Welchen Blick hast du denn da noch so auch vielleicht auch privat drauf?

00:08:11: Also Hamburg ist natürlich auch Handelsstadt und es starten mit vielen Banken.

00:08:14: Und wie ich damals von Berlin aus Hamburg kam dachte Ich Mist in Berlin waren wir die Stadt also wir kulturschaffen im berlin der nachwendezeit.

00:08:26: Wir waren einfach die stadt auch bis in die weite die zweitausender rein.

00:08:30: Und dann kam ich nach Hamburg und habe festgestellt, hier sind wir eigentlich nicht die Stadt.

00:08:34: Hier sind die Menschen in der Stadt, die handeltreiben, die viel Geld verdienen, die in den Willen wohnen.

00:08:39: Da gibt es noch Protestbewegungen

00:08:41: usw.,

00:08:41: aber Kultur war damals nicht so weit oben.

00:08:45: Ich glaube das hat sich ein bisschen geändert.

00:08:48: Kunst und Kultur spielt inzwischen eine wichtige Rolle für die Stadt Wirtschaftsfaktor angesehen.

00:08:57: Als wir ich ankam, habe ich immer gedacht ja man muss so mit diesen Wirtschaftslissenschaftlern argumentieren die auch nachweisen dass man eigentlich diese progressiven Szenen braucht um städte attraktiv zu halten.

00:09:10: das glaube ich immer noch also Richard Florida zum Beispiel.

00:09:14: Und heute haben wir in vielen Städten so eine Gegenbewegung von Seiten der konservativen Politik.

00:09:19: Zum Beispiel in Berlin, also in Berlin spielt Kultur wirklich ne riesige Rolle und wird ständig werden da Gelder gestrichen.

00:09:25: unsinnigerweise aus meiner Sicht.

00:09:28: Wir haben es ja immerhin mit einer klugen Kulturpolitik zu tun wo das bisher nicht passiert und deshalb kann man hier an der Stadt sehr gut arbeiten.

00:09:37: Ich bin jetzt auch schon lange hier wie du gesagt hast für mich auch sehr wohl.

00:09:42: Achtung, Achtungen!

00:09:43: Werbung.

00:09:46: Einfach immer am Start die HVV Switch App für euch damit ihr jedes eurer Ziele in Hamburg und Umgebung erreichen könnt.

00:09:53: einfach schnell und direkt ermöglicht die Hvv Switch App euch den unkomplizierten Kauf von HVVO Tickets.

00:10:02: Zusätzlich dazu könnt ihr mit der App ein Sixt Share, Share Now oder Miles Automieten einen Tier- oder Voi eScooter oder Moja Shuttle buchen um bequem von A nach B zu gelangen.

00:10:15: Weitere Infos unter www.hvv-switch.de.

00:10:21: Achtung!

00:10:22: Das war ein Konsumhinweis.

00:10:26: Enrique, du bist ja zwischendurch unter anderem in Wien gewesen.

00:10:30: Hat sich dein Blick auf deine Heimatstadt ein bisschen verändert?

00:10:34: So was den Kulturbetrieb anging?

00:10:37: Ja die ganze Zeit.

00:10:38: also.

00:10:38: ich bin jetzt seit einem dreiviertel Jahr wieder hier in Hamburg und finde es aufregender denn je!

00:10:43: Ich fand das Kulturverständnis was ich damals in Wyn mitbekommen habe so an Max Reinhardt Seminar studierend zum Kotzen weil es gibt natürlich einen wahnsinnig hohes Interesse an Kultur.

00:10:54: großartig ist und auch eine Identifikation mit Kultur, die großartige ist.

00:10:58: Und auf der anderen Seite ist es eine Identifikation mit absoluter Hochkultur, mit Festungen, mit einem ganz bestimmten Bild von was Theater- und Kultur ist.

00:11:08: Das ist eben immer repräsentativ gewesen, dass es immer am Max-Rheinland-Siminar wurde wahnsinnig viel Weißwein gereicht bei Prämieren und an der Weihnachtsfeier gab es Wahnsinnigviel Lachs!

00:11:19: Also bei der Lach bei einer Weihnachts feiern viel Studierende.

00:11:21: das war für mich als Student damals klasse weil ich halt Ich habe Container, wir haben Lebensmittel aus dem Mülleimer geholt und bei der Weihnachtsfeier auf der Schauspielschule gab es Lachs ohne Ende.

00:11:31: Das war irgendwie schon geil aber auf deiner Seite auch super befremdlich für eine Schauspilschule finde ich.

00:11:35: Und ist immer noch das wofür ich... Also was ich wirklich, wirklich befremdig finde!

00:11:40: Oder möchte und finde spannend

00:11:43: Kultur

00:11:46: nicht Nicht selbstverständlich zu sehen, also ich verstehe alles daran warum eine Kulturstätte von sich aussagt.

00:11:51: Wir sind demokratiefördernd wir sind wichtig für die Stadtgesellschaft all das.

00:11:55: aber ich versteh uns glaube ich alle drei hier als Menschen die auch für die eigene Kulturstädte kämpfen und für... ...für die Wichtigkeit der eigenen Kulturstätte kämpfen und glaube da auch sehr dran und dass dann Kultur auch wirklich statt ist und wirklich statt voran treibt und ausmacht.

00:12:11: so Amelie du bist immer noch häufig in Berlin.

00:12:16: Es gibt ja immer diesen Vergleich, also als ich in den Neunzigern hier nach Hamburg gekommen bin, da wurde sehr viel immer wieder sich verglichen mit Berlin.

00:12:25: Du hast ja gesagt, als du herkommst, hast du erst mal eine veränderte Situation der Anerkennung irgendwie wahrgenommen?

00:12:32: Wie siehst du jetzt die Veränderungen im Hinblick auf Berlin?

00:12:37: Also in letzter Zeit bin ich weniger in Berlin weil der Zug ja jetzt ein Bummelzug geworden ist, der dahin fährt und das ist recht beschwerlich dorthin zu kommen.

00:12:47: Ich würde sagen, der entscheidende Unterschied in Berlin ist das sich die Kultur, also die Kulturschaffenden vor allem nicht mehr wertgeschätzt fühlen durch die Politik und es schafft ganz schöne Verwerfungen.

00:13:02: oder die Menschen sind nicht mehr so fröhlich wie wir.

00:13:06: Die fühlen sich so angegriffen im Sein und in dem was sie tun und tun wollen Weil eigentlich von Seiten der Politik ständig signalisiert wird, das ist nicht wichtig was ihr macht.

00:13:16: Das kann im Prinzip auch weg.

00:13:19: und das obwohl meiner Meinung nach Kultur- und Kreativwirtschaft ... ich habe da jetzt keine aktuelle Statistik da wo ich würde sagen dass es mindestens einer der drei wichtigsten Wirtschaftsfaktoren in Berlin und vielleicht sogar der wichtigste.

00:13:32: Da hat sich etwas geändert.

00:13:33: trotzdem Das ist aber nur in diesem Selbstwertgefühl.

00:13:36: Trotzdem ist natürlich Berlin weiterhin eine superreiche Stadt an Kultur, wo es wahnsinnig viele tolle Veranstaltungen gibt.

00:13:42: Eine sehr internationale Stadt auch internationaler als Hamburg voll von Künstlern und Künstler aus der ganzen Welt also mehr noch als Hamburg.

00:13:53: Also obwohl wir Regatoren zur Welt sind, ist Berlin natürlich doch internationaler für mich immer die kürzeste Reise, um mir internationale Sachen anzugucken.

00:14:08: Also wenn ich gucke, an welchen Tagen gehe ich auf dieses oder jedes Festival irgendwo in Europa?

00:14:15: Dann gucke ich aber gleich welche der ... weil so Festivals gehen ja immer ein paar Wochen.

00:14:18: Welche der Stücke kommen nach Berlin?

00:14:21: und die lasse ich dann aus, weil man die in Berlin ja praktischer und ohne Reise also auf jeden Fall ohne größere Reise gucken kann.

00:14:27: Da ist schon.

00:14:28: Also es ist nicht so, dass da nichts mehr los ist.

00:14:30: Aber ich würde sagen wir fühlen uns besser als Kulturschaffende aktuell als die Küste in Berlin.

00:14:39: Daniel du hast das Haus letztes Jahr übernommen und hast nicht nur alle Fenster aufgemacht damit frischer Wind rein weht sondern Du hast einfach alles neu gemacht Die Außendarstellung Das Entree, die Stücke, die gesamte Anmutung.

00:14:55: Was hat das mit den Zuschauern und Zuschauer angemacht?

00:14:58: sind die Alten weggeblieben, weil sie verschreckt waren und die neuen erstmal neugierig den Kopf erst mal nur reingesteckt haben?

00:15:05: Nein.

00:15:05: Also Veränderung ist immer schwierig für Menschen und das finde ich total verständlich.

00:15:13: Und wenn es sich dann gerade um so optische Dinge dreht hauptsächlich, finde ich, ist das total schön.

00:15:20: Weil wenn jetzt irgendwie die Programmatik besonders in der Kritik gestanden hätte, wäre das sehr viel schwieriger als wenn sich die Leute darüber aufregen dass unsere Toiletten jetzt gelb sind.

00:15:31: Das ist völlig okay und ich glaube an vieles muss man sich gewöhnen und die meisten sind da mitgegangen hatte ich das Gefühl und gucken ganz gespannt auf was wir tun.

00:15:42: Und für mich das schönste Kompliment von einer Abonnentin diese Spielzeit bekommen haben, war ein Brief in dem Stand.

00:15:52: mittlerweile komme ich ins Ernstdeutschtheater um mich jung zu fühlen und da hat man das Gefühl, man macht das richtig.

00:15:57: Also viele freuen sich ja darüber dass jetzt viel mehr junge Menschen den Weg ins EDT finden als noch vorher Und ich glaube, dass Veränderung und Kunst etwas ist was eh Hand-in-Hand geht.

00:16:12: Die Kunst muss sich permanent neu erfinden und immer wieder neue Wege gehen.

00:16:17: In meiner Vorstellung, wie er Räume sind die Utopien bauen müssen in die wir uns hineinleben wollen.

00:16:23: Wir haben wenn wir uns das anschauen wie die Science Fiction in den fünftigern, sechzigern und siebzigern technologisch eigentlich alles vorgeträumt hat was mittlerweile Realität ist glaube ich.

00:16:38: es ist wahnsinnig wichtig dass wir in diesen Räumen zukunftsgewandt eigentlich im utopen uns ausdenken an denen man sich langhangeln kann.

00:16:48: Und insofern freue ich mich über jeden der Lust hat, so ein Weg der Veränderung mitzugehen und ich habe das Gefühl, dass sind die meisten.

00:16:57: Darf ich kurz was dazu sagen?

00:16:58: Klar, unbedingt!

00:16:59: Du sprichst über so Utopien und was die Künste machen muss.

00:17:02: aber das, was ihr ja gerade macht Eiler und du und das ganze Haus also wie ich es mitbekommen und wie ich immer davon auch erzähle und nicht weil wir befreundet sind oder ich da gespielt hab sondern wirklich weil ich es so wahrnehme ist ja, dass ihr das macht ohne euer Publikum irgendwie zu negieren, sondern die alle einzuladen.

00:17:18: Macht euch mit uns auf die Reise und das finde ich genauso wichtig.

00:17:20: also dass man nicht sagt so hier kommt Daniel und Eila wir drehen jetzt das ganze Ding einmal um Sondern sagen okay wie können wir denn weil das Haus hat ja Geschichte da ist ja Publikums Bindung Da So Wie Können Wir Sie Denn Einladen Zu Was Neuem Hinzu was Also?

00:17:34: Ohne ohne sie zu Verschrecken Sondern sie so.

00:17:36: Und Das

00:17:37: Kultur Generationskampf.

00:17:40: Es geht nicht darum, dass eine alte Generation gegen eine junge Generation kämpft und man ist ein Ort entweder für ein älteres Publikum oder für ein jüngeres Publikums sondern es geht um Begegnungsräume und ich wünsche mir einen Ort zu basteln in dem Menschen aufeinandertreffen und ins Gespräch kommen indem Meinungen ausgehalten werden und überdacht werden, reflektiert werden gemeinsam in der junge Energie auf Lebensweisheit treffen kann.

00:18:09: Und sich so ein schönes Miteinander bildet.

00:18:14: Amli auch bei dir stehen Veränderungen an.

00:18:17: im laufenden Prozess wird das Haus hier auch quasi auf den Kopf gestellt bzw.

00:18:22: erneuert und kriegt eine neue Architektur.

00:18:25: ist es einhergehend mit einer Veränderung eines Programms auch wenn du dir das so anhörst dass man dadurch ja auch eine Verjüngung herstellen kann, ist das eine Idee?

00:18:35: oder wie willst du es angehen?

00:18:37: Wir haben ein relativ junges Publikum.

00:18:39: Also wir haben sehr gemischtes Publikum und das finde ich absolut erstrebenswert.

00:18:43: Ich bin gar keine Freundin von Programm machen für eine bestimmte Generation, Menschen die alle weiß sind... Nur junge Leute, nur alte Leute.

00:18:52: Das finde ich total langweilig.

00:18:54: also es macht mehr Spaß und da haben wir natürlich auch noch ein besonderes Privileg Wir haben mehrere Hallen die wir gleichzeitig spielen auf Kampenhagel.

00:19:02: Da kann in einer Halle und ganz bürgerlich mittelaltes Publikum sein.

00:19:07: Und in der anderen Halle ist ein ganz junges, diverses Publikum weil da vielleicht Mabel Preach schwarze multidisziplinäre Künstlerin aus Hamburg einen Stück macht wo auch die ganzen schwarzen Community kommt.

00:19:22: oder Communities würde ich eher sagen und die begegnen sich und vielleicht ist nebenan irgendwo noch ein Konzert wo je nachdem was für ein Konzept es ist lauter junge Frauen oder jungen Männer, also bei Konzerten hat man meistens ein sehr stabiles Publikum gerade wenn es um Pop geht.

00:19:38: Meistens nicht sehr divers und die begegnen sich dann aber im Foyer und dann wundern sich auch manchmal Leute ... Also alle kennen ja inzwischen Kampenagel, aber das wird dann plötzlich vielleicht seinen Vater oder seinen Onkel trifft im Follier wo man denkt was?

00:19:54: Wir gehen doch sonst nie an den gleichen Ort.

00:19:57: Und das geht mir genauso, dass wir auf Welten treffen können, den wir sonst nicht begegnen.

00:20:03: Also ich erinnere mich noch in der Zeit da, im Jahr oder im Jahr war es die große Flüchtlingswelle aus afrikanischen Ländern.

00:20:12: Da hatten wir ein Stück von Hayusom, diese Gruppe, die mit seit über zwanzig Jahren ursprünglich mit unbegleiteten geflüchteten Jugendlichen arbeiten.

00:20:21: Die natürlich alle schon total eingebürgert waren.

00:20:23: Lange, lange auch damals wie wir das Stück gemacht haben und weil die inzwischen so ein bisschen bekannter war kam auch viel bürgerliches Publikum Und die haben mich dann alle gefragt ob die ganzen Leute im Publikums hier geflüchtet sind?

00:20:36: Also ich nehne die meisten die hier sind die wohnen schon immer in Hamburg und Das mag Ich.

00:20:41: also das ist auch sowas von einer entspannten Aufklärungsarbeit die man am Theater leisten kann.

00:20:47: dass Unsere Stadt, muss man ja sagen Hamburg ist zwar sehr divers aber man sieht es nicht so gut weil sich die Stadtviertel doch dann recht segmentiert darstellen.

00:20:59: Ob ich im Eppendorf wohne oder Bildstedt oder St.

00:21:02: Pauli ist halt eine sehr unterschiedliche Stadtbevölkerung und bei uns auf Kamptage können sie sich alle treffen.

00:21:09: und das ist auch wo ich sagen würde genau was du gerade gesagt hast Daniel Das können wir halt auch produzieren als Theatermacher Und dass sich unterschiedliche Leute treffen.

00:21:21: Wir produzieren eigentlich nur Stücke, wir produzieren mit unseren Stücken auch unterschiedliche Publika und da sollten wir auch darauf achten, dass wir das hinkriegen weil dann macht es auch mehr Spaß.

00:21:33: Begegnung des Kurses.

00:21:35: Genau, Austausch, Debatten alles!

00:21:39: Ich erinnere mich mal an ein Stück Tincho Chen, das muss ich ganz kurz noch sagen.

00:21:42: Chinesischer Bildener Künstler, der sein erstes Bühnenstück gemacht hat und mit dem haben wir Theater der Welt im Jahr zwei Tausend Siebzehne eröffnet.

00:21:49: Und unsere ganze bürgerliche Stammpublikum war da und fand uns ganz schlimm.

00:21:53: also es war halt ziemlich wild!

00:21:55: Und eine meiner Töchter war da auch noch eine junge Dramaturgin und die haben dann zu einem ganzen Tisch erklärt warum dieses Stück so super ist unaufgefordert einfach so.

00:22:05: So was liebe ich.

00:22:05: Das sind für mich dann so Szenen, wo ich denke, ja super!

00:22:08: Und dann denken natürlich die Älteren, die so dofern ... ah vielleicht liegt es doch auch an mir und das stimmt hier auch ein bisschen weil wir natürlich Theatermacherinnen machen auch Theater für unterschiedliche Sinn aus unterschiedlichen Generationen und sprechen damit natürlich auch unterschiedliche Generationen an.

00:22:24: Es ist toll wenn's da zu solchen Dialogen kommt austauschen.

00:22:28: Ich denk dann auch an sowas wie keine Aufstiegsgeschichte für wahnsinnig viele Erstbegegnungen mit Theater bei uns gesorgt hat, also viele Menschen die sich vom Theater bis jetzt nicht eingeladen gefühlen haben weil sie sich auf der Bühne nicht repräsentiert geführt haben.

00:22:44: Weil das ein hochkultureller Ort ist in der Wahrnehmung, der mit wahnsinnigt viel Schwellen und wahnsinnige Coats verbunden ist.

00:22:51: wie muss ich mich kleiden?

00:22:54: Darf ich mein Getränk da nicht reinnehmen?

00:22:55: Es sind irgendwie so tausend Sachen, die ganz häufig dort passieren, die einen erst mal ausladen was aber vom Stück her einfach gerade für Menschen gemacht war, die sich oft nicht repräsentiert fühlen im Theaterraum.

00:23:09: Und wo Rapmusik auf der Bühne war und wo dann auch ältere hinterher gesagt habe ich hab gar nicht verstanden was sie gesagt haben also ein Gespräch was ich mitbekam und jemand anders den Eck hat.

00:23:20: aber du hast es doch gefühlt was da passiert ist und musst doch gar nicht jedes Wort verstehen von dem was Sie sagen.

00:23:27: Du spürst doch wie sich das anfühlt, du spürste auch die Wut oder die Verzweiflung, die da transportiert wird.

00:23:33: und dann ja stimmt.

00:23:34: Und dann auf einmal sich eine Annäherung zu einer anderen Kunstform, die man sein Leben lang gar nicht begreifen konnte herrscht weil es ist etwas womit man keinen Kontakt hatte und über einen Theaterraum Kontakt bekommen kann.

00:23:49: Also auch von der anderen Seite aus.

00:23:50: Nicht nur junge Menschen kommen in Kontakt mit diesem hochkulturellen Klüngel, sondern Menschen die da schon zu Hause sind, kommen auf einmal in Kontakt bei Kunstformen, denen sie noch nie begegnet sind oder die sie nie verstanden haben und lernen.

00:24:04: sie kennen und verstehen und verstehen eine jüngere Generation und ihre Ausdrucksformen.

00:24:09: Und das finde ich auch wahnsinnig spannend!

00:24:13: Enrique scheint ja eine große Aufbruchsstimmung zu sein, zumindest in den beiden Häusern.

00:24:17: Ist das auch ein bisschen der Grund gewesen?

00:24:20: Warum du aus Berlin hier wieder hergekommen bist?

00:24:23: Aufbruchsstimmung!

00:24:26: Rheiner Aufbrussstimmung.

00:24:30: Warum ich die danach haben euch gezogen bin?

00:24:33: Also es war auf jeden Fall keine Berlinflucht.

00:24:36: Es gibt natürlich, also du hast gerade so ein bisschen Stimmung aus Berlin geschildert.

00:24:40: Das war tatsächlich so als ich da war, wo kamen grade überraschend von jetzt auf gleich oder für mich und viele andere auf jeden Fall die kommunizierten Kulturkürzungen.

00:24:48: Das hieß für mich, als jemand der auf jeden fall weiter frei arbeiten möchte... Also nicht dass ich jetzt die Perspektive hatte sofort an die Volksbühne fest ins Assemble zu gehen, das meine ich nicht!

00:24:56: Aber ich glaube wenn ich mich da jetzt dick reingebotert hätte, hätte ich vielleicht irgendwann Assombelplatz irgendwo gekriegt.

00:25:01: Das wollte ich aber nicht.

00:25:02: Und in einer freien Szene in Berlin gerade herrscht absolut.

00:25:05: Also klar, ich kann im Kollektiv gründen und kann mich in einem Raum zusammentun, den ich hoffentlich umsonst kriege.

00:25:09: Und da umsonsten arbeiten ohne Aufführungsmöglichkeiten das kann nicht tun.

00:25:12: aber das ist ja wenig Perspektive dafür dass es mein Job ist und viel mehr Perspektiven in der freien Szene gab's dann nicht.

00:25:18: Das war aber nicht der Grund warum ich weg gegangen bin sondern ich hatte tatsächlich so richtig Hamburg Bock wieder.

00:25:22: also ich hatte auch das Gefühl Ich bin damals aus Hamburg weg weil ich es langweilig fand und jetzt bin ich wieder da was ich richtig aufregend finde und das stimmt schon und das hat vielleicht auch etwas mit Kulturförderung oder der Wahrnehmung von Kultur hier zu tun, aber auch gar nicht nur.

00:25:35: Also ich habe das Gefühl Hamburg ist gerade alles andere als satt so.

00:25:38: und auch wenn jetzt Thema Olympia was du gerade angesprochen hast und jetzt ein bisschen auf Hamburg rum gehackt wird weil sich ganz Hamburg dagegen entschieden hat finde ich es absolut nicht passend oder auch ich glaube ich glaube es passt auch mit der Analyse nicht zusammen dass hamburg sich einfach nur nicht trauen würde einen großen event wie olympia einzuladen sondern ich glaube also Darum soll es gar nicht gehen, ich glaube Hamburg ist mutig und hier ist ganz viel Zukunft was so noch mehr Internationalität angeht.

00:26:05: Was noch mehr Einladungen über die Stadt heller angeht also alles was ihr gerade angesprochen habt da ist noch ganz viel Luft nach oben und ganz viel Möglichkeit und Aufbruch.

00:26:13: Daniel du hast grade angesprochen dass du häufiger jetzt Leute in deinem Theater zu Gast hast die ein Erstkontakt mit Theater haben.

00:26:22: liegt nicht daran das jetzt wie viele oder wie fast alle Hamburger Theater waren als Stücke für Kinder aufhörst.

00:26:31: Was ist denn am Ende, wenn wir quasi eine Konkurrenzsituation herstellen zwischen Theater und den modernen Medien wie Social Media oder Streamingdienste?

00:26:41: Was ist tatsächlich der große Vorteil von Theater?

00:26:44: Erklär das mal Leuten die vielleicht noch nicht da waren.

00:26:48: Theater ist lokal.

00:26:50: Es ist eine lokale Kunstform.

00:26:52: Das ist ein Erlebnis dass du nur in deiner Stadt hast Und im Idealfall hat es auch mit deiner Stadt zu tun.

00:26:59: Das ist in Kampnagel zum Beispiel auch absolut der Fall und ich glaube, dass sich das so entfernt hat also von so einem brechtschen Ort wo man sozusagen sich findet, sich trifft und merkt man is nicht alleine zu so einem hochkulturellen Ort wo's eigentlich um Brillianz geht und außer Begeisterung fühlt man nicht viel.

00:27:19: Ist so das Problem weswegen sich viele sich nicht eingeladen gefühlt haben zum Theater?

00:27:25: oder habe ich zumindest das Gefühl, dass man sagt was hat das mit mir zu tun?

00:27:29: Warum soll ich da hinkommen?

00:27:31: und ich glaube, dass Theater sehr häufig in diesem Versuch also dieser Schrei danach oh Gott wir brauchen dringend junge Menschen die ins Theater kommen der halt eigentlich immer schon durch seit Jahren durchs ganze Land.

00:27:48: Und die Idee hatte ich das Gefühl war immer dann zu sagen, okay wir müssen jetzt ganz viel Social Media machen und wir müssen ganz viel Arbeit machen den jungen Leuten nahezubringen was wir für Arbeit machen also im Sinne von guck mal jetzt zum Beispiel ist der zerbrochene Krug oder Maria Stewart auf dem Spielplan.

00:28:10: Dann kommen alle Schulen mal zu Maria Stewart, und dann kommen sie zwanzig Jahre gar nicht mehr ins Theater, kann ich dir versprechen so.

00:28:16: Weil wenn das dein Erstkontakt mit Theater ist, dann merkst du, dass es kein Ort für mich ist.

00:28:21: Du verstehst es nicht, du weißt nicht was hat das mit deinem Leben zu tun?

00:28:25: Und ich glaube, andersrum zu denken und erstmal sich zu fragen, was beschäftigt denn die Menschen, die gerade in dieser Stadt leben sich damit auseinandersetzen können und verstehen, es ist nicht so unpersönlich und nicht so weit weg von ihrem eigenen Leben wie Netflix.

00:28:47: Und wie die Streaming-Anbieter... ...ist glaube ich das was wir uns als Frage stellen müssen.

00:28:54: wenn wir überlegen was bringen wir auf einen Spielplan?

00:29:01: können wir nicht aufhören Theaterstücke zu spielen.

00:29:04: Das will auch keiner, es ist trotzdem natürlich die Frage warum will man sie spielen und was erzählen wir hier eigentlich?

00:29:10: Und andererseits aber ist diese Form, die diese modernen Medien- und Streaminganbieter geben dieses wahnsinnig so furchtbar.

00:29:21: das Wort doch ist niedrigschwellige Kontaktmöglichkeiten durch.

00:29:26: ich zahle dreizehn Euro im Monat Unbeschränkten Zugriff auf das Ganze und kann selber entscheiden, wann ist ein gutes System um jemanden kulturell zu begeistern.

00:29:39: Weswegen ich jetzt gerade auch in Jahr lang mich damit beschäftigt habe wie kann ich eine Abo-Struktur basteln die so funktioniert?

00:29:47: Wie Netflix oder wie Audible oder was auch immer Und bin ganz froh dass uns das endlich gelungen ist und wir möglicherweise auch eine Chance haben ein neues Publikum dafür zu begeistern, sich von einem Haus einen Programm kuratieren zu lassen und zu sagen ich bin gespannt was ihr mir bringt.

00:30:08: Weil das finde ich eigentlich das Schöne dass man versucht ein schönes Programm für ein ganzes Jahr zu kuratiren und nicht nur sagt was verkauft sich am besten.

00:30:20: Amelias du ist einfacher junge Leute an Kultur heranzuführen Weil Tanztheater einfach schon mal dem Publikum gegenüber vielleicht eine offene Geschichte ist, als der Sprechtheater?

00:30:34: Also ... Vielleicht ja.

00:30:37: Aber auch weil wir viele Bezüge zum Beispiel in den Stücken, die wir machen, also national und international, auch Hamburg.

00:30:45: Es gibt viele Bezuge zur Popkultur, auch innerhalb der Stücke.

00:30:48: Das spricht junge Leute natürlich erst einmal an.

00:30:51: Ist ein guter Teaser dann... Machen wir eigentlich gar keine Stücke, sondern fast nur Stück Entwicklungen.

00:30:59: Da finden sich dann eben je nach Stück auch genau Themen was du natürlich auch bei einem Stück machen kannst die junge Leute beschäftigen.

00:31:09: und ich glaube wir haben auch einen Vorteil durch diese vielen Hallen mit unterschiedlichen Größen.

00:31:15: also das Experiment ist für uns nicht so riskant.

00:31:18: wenn ich in der großen Bühne ein halbwegs sicheres Programm fahre dann kann ich da noch zwei innovative Kürzer reinpacken auf die große Bühne, aber auf den kleinen Bühnen, die dann hundert zwischen hundert und zweihundert Plätzen haben.

00:31:32: Da haben wir noch eine mittlere, die hat so gute dreihundert.

00:31:35: da kann man halt auch Risiken fahren und diese sind aber dann meistens am interessantesten für ein junges Publikum.

00:31:41: Und ich sehe es ganz genau so, man kann Publikums eigentlich.

00:31:44: Natürlich kann man sagen, mit Social Media kriegt man ein junges Publikum.

00:31:47: Aber wenn ich mir jetzt zum Beispiel die Social-Media-Inhalte von bestimmten konservativen Kunstinstitutionen anschaue, damit wird kein einziges junges Publicumsmitglied gefunden.

00:31:59: Weil auch auf dem Social-Media-Kanal muss bei Jungen auftreten und das Programm was man hat muss oder es müssen Programmteile dabei sein, die dann auch in junges publicum ansprechen sonst kann das gar nicht klappen.

00:32:09: Und dann neben dem gibt's halt noch einen weiteren Aspekt.

00:32:14: Also was ihr ja auch macht, am Ernstdeutsch schon immer Arbeit mit Jugendlichen.

00:32:19: Das ist so der direkte Zugang.

00:32:21: So bist du ja auch zum Ernst-Deutsch gekommen und du dann quasi auch obwohl du ja Verwandtschafter hattest.

00:32:28: Und das ist also meiner Meinung nach arbeiten wir den Leuten die man ansprechen will, dass es quasi der allergrößte Bringer.

00:32:37: Man kann das wirklich nicht anders sagen.

00:32:39: Wir haben gerade ein Projekt gemacht mit Patricia Caroline May, das ist eine Hamburger Choreografin.

00:32:45: Die mit einem möglichst diversen Cast in Tanzstück gemacht hat mit über hundert Beteiligten Laien also alle Laien und der Cast war tatsächlich altersgemäß und ich glaube auch so vom Hintergrund weil er wirklich sehr diverse jetzt nicht so diverse in Bezug auf die Internationalität unserer Stadt.

00:33:06: Aber trotzdem, wenn man da diese hundert Leute sieht, welche Begeisterung die dabei sind.

00:33:11: Da weiß ich einfach schon Die werden in Zukunft mindestens zehnmal im Jahr kommen um sich auch Stücke anzugucken und werden natürlich weiter mit dieser Kompanie arbeiten.

00:33:21: Und das ist direkt.

00:33:24: oder eben Wenn ich sage Ich hätte gerne mehr Publikum aus der türkischen Diaspora Dann ist halt ein Stück von Shakespeare nicht das ideale ...tool, sondern bessere Band aus Anatolien.

00:33:39: So als Einstiegsdroge und dann braucht es auch wie wir alle wissen ein paar Einstiegsdrogen... Und dann kann man langsam auch so eine Kontinuität aufbauen.

00:33:51: Ich glaube darüber und ich finde das ist wirklich unsere Verpflichtung müssen der auch uns Gedanken machen.

00:33:57: und wenn wir jetzt, wir haben ja vorhin kurz eben noch nicht über die Sanierung gesprochen, die bei uns bevorsteht auch mit Neubauten also Erweiterungen Da geht es auch ganz viel um produzieren, also auch Probenräume zur Verfügung stellen von an Künstlern in der Stadt aber auch an Internationale die wir dann herholen Austausch bilden und so weiter.

00:34:18: Aber wir werden auch die Lehrerin Ausbildung der Theaterakademie ansiedeln in einem Teil unseres Neubaus und eben so ein Residenzhaus haben wo Leute dann wohnen.

00:34:29: das wird dann eigentlich zum Campus.

00:34:31: Das wird dann auch tagsüber noch belebter und es ist interessanterweise so, die Idee hatte ich eigentlich schon dass man das so machen müsste zwei oder drei Jahre nachdem ich hier angefangen hatte.

00:34:45: und man sagt ja immer das Intendanten dann auch mal wieder weggehen müssen wenn sie angefangen haben und ich bin da schon ein bisschen lange da, aber manche Dinge kann man halt nur dann auch hinkriegen.

00:34:55: Wenn ich nach zehn Jahren was mal üblicherweise so macht wieder gegangen wäre bin ich mir sicher dass wir niemals diese Sanierung so geschafft hätten wie wir sie jetzt machen werden und Die wird auch das Gelände noch zugänglicher machen.

00:35:10: Noch mehr Kurse, auch für Laien Arbeit mit Laien Also noch mehr Arbeit auch mit Schülerinnen und Schülern also nochmal eine Erweiterung auch in Richtung der Stadtgesellschaft jenseits von dem Bildungsbürgertum Und mir scheint es ein guter Weg in die Zukunft zu sein.

00:35:27: und tatsächlich haben wir Mit der Sanierung von Anfang an Versucht mit besten Wissen und Gewissen natürlich das Theater für die nächsten vierzig Jahre zu denken.

00:35:40: Ich muss wirklich sagen, ich finde dass das Kampnage sich immer am Puls der Zeit anfühlt und das seit so vielen Jahren und das ist was wahnsinnig Besonderes und noch nie hatte ich das Gefühl da müsste mal neuer Wind rein, sondern der Wind weht hier immer wahnsinnisch stark.

00:35:59: Ich find es ganz toll auch wie sich alles Alles anfühlt, wie sich die Kampagnen anfühlen.

00:36:06: Es ist toll gedacht, der Raum fühlt sich nach dem an was er ist und trägt sich auch so in die Stadt.

00:36:12: ganz toll.

00:36:13: Makes my day!

00:36:14: Vielen Dank das klingt sehr schön.

00:36:16: Enrique wenn Amelie sagt Hamburg ist auf jeden Fall eine Theaterstadt dann ist sie auch gut zu Schauspielern mindestens nur zu fünfzig Prozent beantwortet Wie siehst du denn deine Position als Schauspieler hier in Hamburg?

00:36:31: Also dann das Gesamtspektrum sowohl Bühne, also auch Kino und Fernsehen.

00:36:39: Du meinst wie es um die Landschaft bestellt ist jetzt hier...

00:36:42: Aus deiner Position heraus!

00:36:45: Naja wir haben ja unseren Kultur-Szenator schon gewürdigt.

00:36:48: Der muss ja einmal

00:36:53: vorkommen.

00:36:53: Nein, das hat natürlich... Ne, das hatte er mal ganz blöd.

00:36:57: Also man muss das ja gar nicht nur auf Carsten Prosta jetzt so zu zentrieren, aber es hat natürlich mit so einer Verlässlichkeit und einer Rhetorik und einem klaren Zuspruch zu.

00:37:09: Ich höre euch, ich höre der Kulturlandschaft zu und ich stehe dazu.

00:37:12: Das gibt Sicherheit!

00:37:14: Auf der anderen Seite wissen wir auch ist das auch nicht bis in alle Zeit gegeben und sieht es auch... also sieht es in F Ja, die neuen Filmförderung in Hamburg wird aufgestockt im Gegensatz zu allen anderen.

00:37:26: Trotzdem wissen wir, dass die Branche hinkt!

00:37:28: Die Branche hakt, die Produktionsfirmen gehen pleite... Also bis jetzt haben wir uns alle viel gelobt und das ist auch richtig weil ich hier aber auch mit zwei Häusern zusammensitze, die sich sehr viel damit auseinandersetzen.

00:37:39: wie wirklich nach außen?

00:37:40: Wie kriege ich Leute daran was ... bin ich für ein Ort.

00:37:42: Also Theater ist ja nicht nur was findet auf der Bühne statt, sondern bin ich auch für einen Ort so.

00:37:47: Das ist aber ja nicht ganz generell so.

00:37:48: Es ist auch nicht in ganz Hamburg so dass wir irgendwie sagen können Ja die Theater sind immer voll!

00:37:52: Die Leute sind begeistert, die kommen und sind glücklich und gehen als neue Menschen daraus.

00:37:55: Sondern es gibt auch viele Theater.

00:37:57: Ich war neulich in einem sechseinhalb Stunden Hamlet Und war ab Minute zehn irgendwie sauer weil ich nichts verstanden habe und um mich rum waren eigentlich auch alle sauer und ich weiß und hoffen Leute gehen danach nicht mehr ins Theater.

00:38:07: das hilft nicht sonderlich den Standort Hamburg stark zu machen, also auch die, keine Ahnung, Produktion in denen ich als Gastschauspieler auftreten kann sind weniger geworden.

00:38:19: Auch ich gucke in eine Zukunft, die nicht weiß... Also ich weiß jetzt nicht, ich mach dann das, dann dass, dann das!

00:38:25: Also sehr nicht durchgehört und mir geht's gut, ich komme irgendwie gut zurecht und da gibt es vielen Kolleginnen und Kollegen anders und da gibts auch einen guten Grund warum man manchmal auch pessimistisch sein kann ja?

00:38:35: Und dann muss man nur immer wieder irgendwie stärkend versuchen rauszugehen.

00:38:39: Ich weiß nicht, auch kreativ bleiben im Kopf heißt nicht nur kreative in der Probenarbeit und auf der Bühne sondern kreatif.

00:38:45: Was kann ich mit meinem Job anfangen?

00:38:47: Also wie kann ich Kultur in dieser Stadt weiter vorantreiben und kulturell arbeiten?

00:38:52: Das gehört für mich auf jeden Fall dazu.

00:38:54: Ich begreife mich als Schauspieler aber auch ein bisschen mehr als das und versuche zu wirken und umzutoben so.

00:39:02: Kann ich aber auch nicht von allen verlangen.

00:39:04: also ja... ...ich verstehe den Pessimismus.

00:39:06: Ich möchte alle dazu ermutigen die nichts zu haben.

00:39:08: manchmal

00:39:09: Die Situation ist offensichtlich ja die, wir haben vor einigen Tagen das Hans-Oren Wuger gehabt wo viele Kulturtreibende zusammenkommen und fast gleich lauten sagte man mir es ist alles ganz furchtbar.

00:39:20: Im Filmbereich vor allen Dingen im Club Musikbereich wie auch immer wird ein Theater wieder ins Deutsch Theater dadurch vielleicht auch attraktiver und kriegt möglicherweise hat mehr Möglichkeiten, gute Schauspieler zu finden.

00:39:36: Also die Misere des Films ist gleichzeitig vielleicht ein Vorteil fürs Theater.

00:39:41: oder gibt es da keinen Zusammenhang?

00:39:44: Nee ich glaube nicht dass es da einen Zusammenhang gibt.

00:39:48: Ich habe wahnsinnig viele KollegInnen die mich anriefen und sagen ich hab seit einem Jahr nicht gedreht die eigentlich vier fünf Filme im Jahr gemacht haben also Agentinnen, mit denen ich gesprochen habe die sagen viele meiner Klienten haben nicht gearbeitet.

00:40:04: Ich weiß gar nicht wie man auf lange Sicht so arbeiten soll und das ist schon krass zu spüren.

00:40:14: Ich stecke aber in der Filmbranche nicht tief genug drin als dass ich jetzt irgendwie sagen könnte daran liegt es und daran liegt's und das läuft falsch.

00:40:21: trotzdem ist es ein wahnsinnig unstabiler Beruf.

00:40:28: aber ehrlich gesagt nicht, ob er es schon mal war.

00:40:31: Also ich hab noch nicht von der Zeit gehört bis jetzt in der mir Spielende berichtet haben.

00:40:37: Flächendeckend ist läuft mega so und wenn man ... Ich muss sagen dass wir in Deutschland so viele Häuser mit festem Ensemble haben ist eine Singularität auf dieser Welt.

00:40:51: das muss man auch mal sagen.

00:40:52: Wir haben in London bist du entweder Star oder auch Kellnerin So, das ist der Fakt und das ist nicht geil.

00:41:01: Das will man gar nicht sagen.

00:41:03: aber ich glaube... Ich weiß nicht ob die Instabilität momentan geschicht... Dafür bin auch noch gar nicht lang genug glaub' ich auf der Welt um zu sagen Wie war das früher?

00:41:12: Wie fällt sich das jetzt trotzdem?

00:41:14: Ist es nicht... Ich glaube es ist nicht einfach Und natürlich sind da so Signale in denen man das Gefühl hat Es wird eher schlimmer Existenzgefährdend.

00:41:26: und dann auch die Frage Was macht das mit Künstlerinnen überhaupt die Entscheidung zu treffen, Künstlern zu werden?

00:41:34: Und wenn man sich halt anguckt, wie das in Irland zum Beispiel passiert ist.

00:41:39: In den letzten Jahren wo ein bedingungsloses Grundeinkommen für Künstlerinnen eingeführt wurde und sie hinterher herausgefunden haben jeder Euro der investiert wurde kam mit einen Euro fünfzig zurück.

00:41:51: also sozusagen jedes Investment in Kunst rentiert sich.

00:41:54: ja ist natürlich die Frage ob der Weg an Kultur zu sparen allein aus wirtschaftlichem Aspekt jetzt mal ganz ohne zu betrachten, was das gesellschaftlich ist.

00:42:05: Rein wirtschaftlich ist das schon sehr fragwürdig und gesellschaftliche muss ich auch sagen es hat einen Grund gehabt warum die Nationalsozialisten so wahnsinnig viel Angst vor Künstlerinnen hatten.

00:42:19: ja und was für eine Kraft Kunst und Kultur hat für eine demokratische Gesellschaft?

00:42:25: Und insofern ist das in meinen Augen aus so ziemlich jeglicher Perspektiven

00:42:32: Ich sehe das genauso.

00:42:34: Wenn wir auch international gucken heute, haben wir zunehmend mit autokratischen und diktatorischen Staat zu tun.

00:42:41: Es werden immer mehr, das ist bekannt.

00:42:44: Auch da ist es so ... Ganz schnell werden Künstler in den Verboten kommen ins Gefängnis, gegebenenfalls gefoltert

00:42:52: usw.,

00:42:53: dafür gibt's unglaublich viele Beispiele im Nationalsozialismus was natürlich genau so.

00:43:00: Das ist natürlich einerseits schrecklich und andererseits zeigt es aber das Diktaturen, welchen Wert und welche Kraft die der Kunst beimessen.

00:43:11: Und es gibt eben auch eine große Kraft.

00:43:13: also heißt nicht dass man uns foltern soll oder ein Knast tun.

00:43:16: Aber wir haben einen Einfluss auf unsere Städte Wir haben Publika und es ist auch nicht nur so dass unsere direkten Publiker wissen, was wir tun.

00:43:26: Es wissen noch mehr Leute in der Stadt und auch über die Stadt hinaus, was sie tun oder sagen.

00:43:32: Wir haben als Leiterinnen von öffentlichen Orten einen Vorbildcharakter im ermöglichen von möglichst weit geführten Diskursen Diskursverengungen, die ja immer problematischer werden auch in der Kunst auf den Bühnen an den Universitäten.

00:43:51: Auch in Deutschland blöderweise mit diesem zunehmenden Rechtsruck wo einige der sogenannten Altparteien denken sie müssten dem Rechtsruck so ein bisschen hinterherlaufen.

00:44:02: das Gegenteil wäre eben sinnvoll und ich glaube da sind die Kunstinstitutionen noch recht stabile demokratische Partnerinstitution für unser ganzes Land auch für die Politik.

00:44:15: Das sollte eher anerkannt werden als reduziert.

00:44:18: Also ich bin auch wirklich gar nicht für eine Reduzierung der Kunstförderung und... Ich bin ein bisschen älter als Dandje, ich würde sagen die Sprecher Yad bei der freien Künstlerschaft war schon immer schwierig Und dann gibt es in so Wellenbewegungen wird's dann manchmal noch schwieriger und im Moment ist das eher ne Nochschwierige Zeit aber ein sicheres Auskommen hat immer solange ich in dem Business bin, noch nie.

00:44:47: In der Kunst!

00:44:48: Man sagt ja, Not macht erfinderisch und gerade wenn das Geld knapp ist – und das ist offensichtlich ja überall knapp nicht nur beim Fernsehen sondern auch bei der Kunst- und Kulturförderung als erstes abgeschnitten wird es häufig eine Subkultur in der freien Szene.

00:45:03: Enrique Ist das etwas warum du deswegen auch so sehr in Bewegung bist?

00:45:08: Weil es jetzt so kräftefreiesetzt sozusagen?

00:45:11: also

00:45:12: Nein, also ja.

00:45:13: Also guck mal!

00:45:13: Wir haben jetzt am Freitag den sechsten und zwanzigsten Juni eine Premiere beim Bunker.

00:45:18: im übrigen und gefährlich die Propaganda das wird ne antifaschistische Show und performative Demonstration.

00:45:24: wir treffen uns um achtzehn Uhr ziehen einmal durch St.

00:45:26: Pauli und das ganze mündet dann mit so nem fetten Truck und es mündelt in einer Performance im üblichen und gefährlichen.

00:45:31: Wir sind seitdem wir aufgetreten sind damit öffentlich bei Instagram Um das Ding überhaupt zu bewerben.

00:45:36: Sind wir bei Instagram gebannt?

00:45:37: Wir kriegen in der Story ungefähr vierzig-fünfzig Views, weil das ganze antifaschistische Propaganda heißt.

00:45:46: Let's fuck the system with love!

00:45:48: Das heißt da gibt es ganz klar ein Ding wo man sagt so oh der Algorithmus greift da irgendwie nicht so ganz.

00:45:53: Also jetzt kann man sagen ach Scheiße dann ja dann lassen wir es also wenn dieser Werbedingungen funktioniert.

00:46:01: ne wir gehen jetzt halt klassisch mit Bollerwagen und posten durch die Stadt Machen die Stadt voll um irgendwie, um Leute ranzukriegen ist auch richtig so.

00:46:10: Gleichzeitig versuchen wir ja okay der Algorithmus arbeitet gegen uns.

00:46:12: ja dann müsste einfach noch lauter sein und das ist ja sowas mit Gegenbewegungen und ja freie Szenen.

00:46:17: ich meine als du haben wir wahrscheinlich in Berlin angefangen hast gab es ja was ja Notmachter finderisch viele Freie Räume in die Du reingegangen bist.

00:46:24: Wir hatten

00:46:25: Räumel wenig Geld aber viele Räumen.

00:46:28: Ein Unterschied dazu vor allem hier in Hamburg ist natürlich wir haben wenig Geld oder nicht so viel Räumes Aber Möglichkeiten finden sich trotzdem.

00:46:36: und ja, ich blädiere gegen jedes Kopf in seinen Stücken auf jeden Fall.

00:46:41: Wir sind ja auch als Haus immer zugewandt wenn jemand sagt, ich habe eine Idee und wir hören uns alles an und man guckt findet man Wege ist das spannend passt das in unser Profil usw.

00:46:52: vor ein paar Wochen zum Beispiel hat Alexander Klessinger mich angerufen und hat gesagt, du Enrico.

00:46:58: Und ich habe da eine Idee ein Stück zu machen das Timmy The Hope stirbt zuletzt heißt und den Umgang mit Tierrecht und Timmy dem Wahl behandelt.

00:47:11: Ich finde es spannend, lass uns das gucken und wir einen Weg gefunden haben das noch bei uns auf die Bühne zu bringen irgendwie in einem gewissen Rahmen.

00:47:20: Und für sowas ist man ja immer offen.

00:47:22: also ich glaube solange die Getriebenheit von Kunst- und Kulturschaffenden Themen die sie interessieren zu behandeln nicht abnimmt bleibt die Kultur in Bewegung und man kann ganz viele ermöglichen.

00:47:36: Ist das möglicherweise auch eine Idee, die Jüngeren ins Theater zu ziehen?

00:47:40: In dem man aktuelle Geschehnisse relativ schnell auf ne Bühne bringt.

00:47:44: So wie jetzt mit dem Wahl.

00:47:45: Ich

00:47:45: glaube dabei geht es gar nicht unbedingt um Jüngere.

00:47:50: Man muss die Sachen machen, die man interessant findet und die einem Spaß machen und die einen beschäftigen.

00:47:58: Die Wahrheit ist ja auch bei einem Hyperindividualismus der existiert so als Menschen beschäftigen uns sehr viel die gleichen Sachen und die Sachen, die mich beschäftigen, beschäftigen auch andere.

00:48:12: Und auch nicht nur in Generationen.

00:48:15: Ich glaube hauptsächlich ist so für Leute, die nicht schon Theaterfans sind... Die haben halt nur einfach keine nostalgischen Gefühle zu Hamlet und sind nicht gespannt, wie setzt jetzt derjenige Hamlet um.

00:48:29: Ja also die sind daran nicht so sonderlich interessiert sondern an den Sachen, die sie in ihrem Leben betreffen ja?

00:48:36: Und ich glaube wenn man daran weiter arbeitet... ...und dann irgendwann.

00:48:40: natürlich ist mein Wunsch auf lange Sicht dass man irgendwann auch sagt das jemand sagt Hamlet interessiert mich gar nicht wohl am Ernst-Deutsch Theater.

00:48:48: ganz spannend Mal gucken, wie die mit so einem Stoff umgehen.

00:48:52: Das ist natürlich was für das

00:48:53: ich ...

00:48:54: Oder auf Kampnagel.

00:48:56: Ja,

00:48:57: selbstverständlich!

00:48:59: Aber an sich erst mal da hinzukommen zu sagen, lass uns mal gucken, was treibt uns gerade um?

00:49:07: Und ich finde gerade dieses Stückentwicklung, das ist eher die Zukunft als dieses Hochkulturelle den Vierhundertsten Hamlet in Hamburg.

00:49:19: Also wir haben ja den Wahl schon ein bisschen früher stranden lassen, bei uns war der Wahljahr schon letztes Jahr in der Alster.

00:49:25: Der hat nie gelebt gehabt aber wurde als echter Wahl angesehen und hat glaube ich fünf Millionen Aufrufe aufs soziale Medien.

00:49:32: Das ging

00:49:32: auch wirklich

00:49:33: richtig ab!

00:49:35: Ja das war halt auch ein Kunstprojekt und da waren aber so perfekte

00:49:39: Künstler

00:49:39: an dem Wahl die.

00:49:41: Die haben quasi so ein medizinisches Untersuchungsteam gespielt.

00:49:44: Wir wissen noch nicht genau, wie der hier zu alt zu gekommen ist.

00:49:49: So was kann man auch machen ...

00:49:51: Habt ihr die irgendwo eingelagert?

00:49:53: Nee, der ist wieder zurückgefahren worden.

00:49:56: Immer

00:49:56: wird er wahr, wieder zurück gefahren.

00:49:58: Wir wissen doch es bringt

00:49:59: nichts.

00:50:00: Aber ich meine das ist ja auch ein schöner Erfolg für das Theater und das Internationale wenn in Hamburg im August einfach niemand mehr verreist weil wir gesagt haben im Augustes Reiseverbot weil wir das internationale Sommerfestival haben ab fünften August Und das klappt halt, wenn ich Leute treffe und sagen ja diesmal habe ich richtig gebucht.

00:50:20: Wir sind am fünften August wieder zurück und so.

00:50:22: Das ist doch schön, wenn die Kunst so eine Rolle spielt in der Stadt.

00:50:28: Amelie, Dani ist nicht die einzige neue Leitung einer Kulturinstitution hier in Hamburg?

00:50:33: Hast du das Gefühl dass du im letzten Jahr nochmal wieder ein neuer frischer Wind hier reingekommen bist?

00:50:37: Hat dich das irgendwie selber auch inspiriert?

00:50:39: Seid ihr in den Spitzen zusammen gerückt?

00:50:43: Also... Wir sind ja eh ein sehr kommunikativer Ort auf Kampnagel, also ich kannte schon immer alle Leute die hier irgendwelche Kulturinstitutionen leiten.

00:50:51: Aber natürlich macht es Spaß wenn coole neue Leute wieder dazukommen.

00:50:55: Malika, die jetzt das Film festmacht, so ein Jahr anders, dieses Taliatheater macht der Kratzer in der Oper ... Ja Ballett ist ja eine traurigere Geschichte!

00:51:09: Aber genau, es gibt viele neue Protagonisten.

00:51:11: Das ist auch normal finde ich auch super.

00:51:13: und Genau das macht Spaß und das belebt die Stadt natürlich.

00:51:18: Und wir also ich arbeite halt so dass Kammnagel auch nicht alt wird Dass wir halt ein sehr junges künstlerisches Team haben Die auch die ganze Zeit neue Ideen reinbringen Wo ich manchmal gar nicht genau weiß was das jetzt wieder für ein Tanzstil ist der mir dann aber Ich lasse es mir dann erklären.

00:51:37: Und dadurch haben wir halt auch sehr junge Programme.

00:51:43: Wir arbeiten jetzt auch in den letzten Jahren zunehmend auch in Richtung Hip-Hop, Urban Dance und versuchen das sozusagen eigentlich salonfähig zu machen und gleichwärtig neben zeitgenössischen Tanz und Ballett zu stellen.

00:51:55: Dazu machen wir auch ein Festival was die Kulturstiftung des Bundes initiiert hat noch Ende Juni, die Tanztrienale wo es genau darum geht.

00:52:07: Also ich sehe halt überall auch große Potenziale für Kunst, auch in diesen ganzen Weltkrisengebieten.

00:52:13: Und ich glaube deshalb macht uns das allen Spaß und wir denken auch alle dass wir was Sinnvolles

00:52:18: tun.

00:52:19: Daniel Wir haben von Amelie gelernt.

00:52:21: sie ist jetzt im zwanzigsten Jahr hat aber vorhin auch in einem Nehmsatz gesagt normal werden so zehn Jahre.

00:52:28: Was kannst du dir denn besser vorstellen?

00:52:31: Den ewigen Daniel am Ernst-Deutsch-Theater, also auch zwanzig Jahre?

00:52:35: Oder guckst du erst mal nur die ersten zehn Jahre an oder sagst du nee ich weiß noch nicht mehr was über nächste Saison ist.

00:52:40: Also wenn man einen Muster im Ernstdeutsch Theater erkennen will war es dreißig Jahre mein Vater, dreißzig Jahre meine Mutter dann habe ich noch neunundzwanzig.

00:52:49: Sehr

00:52:50: gut!

00:52:51: Großartig Enrique.

00:52:57: Was macht dich denn so sicher, dass du in zehn Jahren noch Schauspieler bist?

00:53:00: Wenn wir auch darüber sprechen wie die Situation in Irland und in Großbritannien ist usw.

00:53:08: Das du tatsächlich Geld mit Kultur verdienst!

00:53:11: Ah okay ich wollte dir jetzt antworten warum ich Schauspieler bleiben möchte weil es ja wirklich der schönste Beruf der Welt ist.

00:53:18: Wirklich mir macht das wirklich wirklich Spaß.

00:53:19: sicher ob ich mich damit finanzieren kann mich überhaupt nicht aber das war ich vorher hat mehr wollen auch schon als ihr angefangen habt zu studieren wo sich auch Keine Ahnung, ob ich darin Fuß fassen werde.

00:53:30: Aber ich werde in diesem Bereich weiterarbeiten!

00:53:32: Ich bin viel zu neugierig und ich will auf Weiterproben!

00:53:34: Ich will weiterproben, ich will spielen...

00:53:36: Es bringt auch einfach so wahr, wenn nicht viel Spaß mit dir ist.

00:53:39: Es hat so Spaß gemacht wird dir den Drachen zu machen.

00:53:42: Ich will

00:53:42: zocken und ich werd in zehn Jahren immer noch zockern wollen und das...

00:53:46: Und Anschlussfrage?

00:53:48: Wenn du so experimentierfreudig bist, kannst du dir denn auch mal vorstellen im Tanz-Theater auf Kampnagel hierauf zu treten?

00:53:54: Auf jeden Fall.

00:53:55: Also die Fantasie hast Du und wie realistisch hießt Du

00:53:58: das?!

00:54:00: Also ich sehe es für absolut unrealistisch, dass ich noch ein ausgebildeter klassischer guter Tänzer werde.

00:54:05: Aber das heißt absolut realistisch... ...dass ich in einem Tanzjärterstück mit spiel.

00:54:09: Ach, das ist so herrlich!

00:54:10: Ich schwimmte eben beiden Punkten zu.

00:54:12: Ihr Lieben,

00:54:13: ich mochte euren Optimismus.

00:54:15: Ich mag sehr eure Inspirationen für die Hamburger Kulturlandschaft und ich mag sehr euer Wirken in den einzelnen Häusern beziehungsweise ja das was du auch auf denen Bildschirm bannst oder Bannen lässt lieber Enrique.

00:54:28: Ich danke euch aber vor allen Dingen eine Stunde Zeit geschenkt habt, ein bisschen in eure Köpfe zu gucken.

00:54:34: Eure Träume irgendwie anzuhören und vor allen Dingen auch sehr viel Realität über Hamburg zu erfahren.

00:54:39: In diesem Sinne sage ich Ahoi!

00:54:41: Und bis zum nächsten Mal im Kaltscher Club.

00:54:43: Danke für die Einladung

00:54:44: und

00:54:44: Tschüss!

00:54:45: Das

00:54:47: war

00:54:47: Die Hochkultur auf Ahoj der KALTSCHER KLAB.

00:54:51: Danke fürs Zuhören.

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